Kindersicherheit

Kaum können Kinder krabbeln, machen sie auch schon die Wohnung unsicher. Fast 350.000 Kinder verunglücken jährlich in deutschen Haushalten; rund zwei Drittel dieser Vorfälle könnten vermieden werden - mit nur wenigen Vorsorgemaßnahmen.

So machen Sie Ihr Zuhause sicher für Kinder

In der Küche
Gerüche, Geräusche und Leckereien locken Kinder in die Küche. Hier gibt es besonders viel zu entdecken, doch es drohen z. B. Verbrennungen oder Verbrühungen. So verhindern Sie Schlimmeres:
  • Herdschutzgitter und Backofenfenster-Schutz bewahren vor Verbrennungen
  • Pfannenstiele und Topfgriffe nach hinten drehen, damit Kinder sie nicht herunterziehen können, und wenn möglich die hinteren Herdplatten benutzen
  • Schubladensperren halten Messer außer Reichweite.
  • Spülmaschinentür schließen, damit Kinder nichts herausholen oder sich die Finger einklemmen können
  • Schutz vor Vergiftungen: Reinigungsmittel gehören in verschließbare Schränke
Im Bad
Im Bad lauern viele Gefahren: elektronische Geräte, Wasser und für Kinder gifte Kosmetika sowie ätzende Reiniger. Diese Maßnahmen schützen Ihre Kinder im Bad:
  • Kinder niemals unbeaufsichtigt planschen lassen, denn sie können auch bei niedrigem Wasser ertrinken, da ihnen noch der natürliche Schutzmechanismus fehlt
  • Eine Noppeneinlage in der Wanne mindert die Rutschgefahr.
  • Wassertemperaturregler (40-50 Grad) verhindern Verbrühungen
  • Kosmetika und Waschmittel außer Reichweite aufbewahren und Medikamente unbedingt wegschließen
  • Fön, Rasierapparat und andere Elektrogeräte immer vom Stromnetz trennen und wegräumen, wenn sie nicht benutzt werden
Im Wohnzimmer
Schränke und Regale mit einer Wandhalterung vor dem Kippen sichern.So bannen Sie Gefahren im Wohnzimmer:
  • Möbel mit abgerundeten Kantenschützern ausrüsten, vor allem in Laufwegen
  • keine Tischdecken verwenden, denn wird daran gezogen, können Geschirr, Kerzen oder Vasen herunterfallen und das Kind verletzen
  • Teppiche und Läufer mit Antirutsch Streifen schützen vor Stürzen (ebenso wie rutschfeste Socken)
  • Zigarettenkippen können tödlich sein, wenn Kinder sie essen, deswegen Aschenbecher immer leeren bzw. außer Reichweite stellen
  • Alkohol immer unter Verschluss halten
  • Giftige Pflanzen (zum Beispiel Alpenveilchen) entfernen
  • Steckdosen mit einer Kindersicherung versehen
Im Kinderzimmer
Hier ist Ihr Kind sicher häufig unbeaufsichtigt. Umso wichtiger sind diese Sicherheitsmaßnahmen:
  • auf stabile und kippsichere Möbel mit abgerundeten Ecken achten
  • nur Spielsachen zulassen, die ein geprüftes Sicherheitssiegel haben und nicht verschluckt werden können.
  • Etagen und Hochbetten sind erst für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Auf hohe Seitenumrandung sowie eine fest verankerte Leiter achten
  • Fenster vor dem Öffnen sichern und in oberen Stockwerken nie ganz öffnen
  • Kleinkinder beim Wickeln immer mit einer Hand festhalten und niemals alleine auf dem Wickeltisch liegen lassen
Im Flur bzw. Treppenhaus
Generell sollten Sie keine Stolperfallen herumliegen lassen und für ausreichend Licht sorgen. Aber es gibt noch weitere Tipps, wie Sie Ihr Kind vor Stürzen schützen können:
  • Treppenschutzgitter anbringen
  • auf lose Treppenläufer verzichten, stattdessen verklebte Rutschhemmer anbringen
  • keine Elektrokabel liegen lassen (z. B. vom Staubsauger)
Auf dem Balkon bzw. im Garten
Vor allem auf dem Balkon sollten Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen. Bringen Sie Netze oder Ähnliches an, die vor dem Herunterfallen schützen, und beachten Sie außerdem folgende Sicherheitsmaßnahmen:
  • auf dem Balkon keinen Anreiz zum Hochkrabbeln (wie Stühle) bieten
  • Balkontüren verriegeln, damit Kinder nicht alleine hinausgelangen
  • giftige Pflanzen entfernen (eine Liste giftiger und ungiftiger Pflanzen finden Sie z. B. auf www.botanikus.de)
  • Teiche z.B. mit Zäunen sichern, damit Kinder nicht hineinfallen können
  • scharfe Gartengeräte und Werkzeuge verschlossen aufbewahren

Falls doch etwas passiert: Notruf und Giftnotrufzentralen

Im Notfall rufen Sie die 112 an und geben Sie möglichst ruhig und genau an, was passiert ist bzw. welche Verletzungen Ihr Kind hat.

Damit Sie selbst helfen können, besuchen Sie am besten einen Erste-Hilfe-Kurs oder oder frischen diesen auf.

Hat Ihr Kind etwas verschluckt oder gegessen und Sie sind nicht sicher, ob die Substanz bzw. die Dosis giftig ist, helfen Ihnen die Giftnotrufzentralen in Deutschland. Machen Sie dabei möglichst genaue Angaben:
  • Um welche Substanz handelt es sich? Wie heißt das Medikament bzw. das Putzmittel? Wie sieht die Pflanze bzw. Beere aus, die gegessen wurde?
  • Wurde das Gift verschluckt oder eingeatmet? Gelangte die Substanz auf die Haut oder in die Augen?
  • Wie viel Gift wurde aufgenommen? Und wann?
  • Welche Symptome hat das Kind?
Telefonnummern der Giftnotrufzentralen
Berlin 030 19240
Bonn 0228 19240
Erfurt 0361 730730
Freiburg 076119240
Göttingen 0551 19240
Homburg/Saar 06841 19240
Mainz 06131 19240
München 089 19240
Nürnberg 0911 398-2451

Tipps und Checkliste für ein kindersicheres Zuhause

Die Checkliste hilft Ihnen, Gefahrenquellen zu erkennen und zu beseitigen. Zum Anzeigen des PDF-Dokuments können Sie hier kostenlos den Adobe Reader herunterladen.
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