Im Betrieb kann das E-Auto seinen ökologischen Nachteil aus der Herstellung jedoch abbauen. Wie schnell das geht, um eine bessere Ökobilanz als ein klassischer Verbrenner zu erhalten, hängt davon ab
Woher kommt der Strom für Elektroautos?
Wenn Sie Ihr E-Auto ausschließlich zu Hause mit Strom aus Ihrer Photovoltaik-Anlage aufladen, nutzen Sie zu 100 Prozent grünen Strom und sind klimaneutral unterwegs. Sobald Sie es jedoch an einer öffentlichen Ladesäule aufladen, sind Sie auf den aktuell verfügbaren Energiemix angewiesen. Der deutsche Strommix setzt sich derzeit zu etwa 48 Prozent aus erneuerbaren Energien (Windenergie, Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft) und zu rund 52 Prozent aus konventionellen Energieträgern (Braun- und Steinkohle, Kernenergie, Erdgas) zusammen.
Ökobilanz: Elektroauto vs Verbrenner
Forscher vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung wollten herausfinden: „Wie viele Kilometer muss ein E-Auto fahren, um klimafreundlicher als ein vergleichbares Benzin- oder Dieselfahrzeug zu sein?“
Beispiel 1: Ein elektrischer Kleinwagen mit einer Batterie von 40 kWh wird nur mit Strom aus erneuerbaren Energien aufgeladen.
Ergebnis: Er muss rund 30.000 km fahren, bis seine CO₂-Bilanz besser ist als die eines vergleichbaren Dieselfahrzeugs. Bei 30 km pro Tag, die ein Kleinwagen im Durchschnitt zurücklegt, dauert das etwa zweieinhalb Jahre.
Übrigens: Mit dem aktuellen deutschen Strommix geladen, muss der Kleinwagen etwa 60.000 km und rund fünf Jahre fahren, also etwa doppelt so viel wie mit grünem Strom, um den Verbrenner bei der Ökobilanz zu überholen.
Beispiel 2: Ein Elektro-SUV, der mit Ökostrom geladen wird und ca. 40 km pro Tag fährt.
Ergebnis: Er muss rund 45.000 km und drei Jahre fahren, um eine bessere Ökobilanz als ein vergleichbarer Diesel zu haben.
Übrigens: Mit dem deutschen Energiemix geladen, muss er ca. 130.000 km und acht Jahre fahren, bis das E-Auto besser dasteht als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.
Fazit: Je kleiner ein E-Auto ist und je weniger es verbraucht, umso besser fällt seine Ökobilanz aus. Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet, sparen E-Autos beim Strommix etwa 25 bis 50 Prozent CO₂ gegenüber Verbrennern. Mit Strom aus regenerativen Energien sind sie ca. 50 bis 70 Prozent günstiger in der Ökobilanz.