Ihr Bauch drückt und Ihr Magen ist aufgebläht, obwohl Sie wenig essen und gar keinen Appetit haben? Das sind klassische Anzeichen für eine akute Magenschleimhautentzündung, die sich meist schmerzhaft bemerkbar macht. Eine chronische Gastritis kann jedoch manchmal auch symptomlos verlaufen. Was die Ursachen für eine Magenschleimhautentzündung sind, wie sich akute und chronische Gastritis unterscheiden und was gegen die Krankheit hilft, lesen Sie in diesem Ratgeber.
Wie der Name schon sagt, entzündet sich bei einer Magenschleimhautentzündung die Schleimhaut Ihres Magens. Diese hat eine wichtige Funktion: Sie schützt Sie vor der dort natürlich produzierten Säure. Diese braucht der Körper für den Verdauungsvorgang. Ist Ihre Magenschleimhaut verletzt oder gereizt, kann sie sich entzünden. Ursachen hierfür sind beispielsweise scharfe oder saure Speisen, übermäßiger Alkoholkonsum oder die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln.
Gastritis und Bakterien
Eine der häufigsten Ursachen für eine Magenschleimhautentzündung ist die Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien. Eine Infektion erfolgt über verschiedene Quellen, wie zum Beispiel:
- Speichel,
- Kot,
- Erbrochenes,
- Trinkwasser,
- oder infizierte Lebensmittel.
Das Bundesministerium für Gesundheit schätzt, dass deutschlandweit etwa 40 % aller Menschen den Helicobacter pylori in sich tragen. Nur 10 % bis 20 % der Infizierten entwickeln jedoch auch eine Gastritis.
Gastritis und Schmerzmittel
Auch Menschen, die über einen längeren Zeitraum entzündungshemmende Schmerzmittel einnehmen, entwickeln unter Umständen eine Gastritis. Der Auslöser ist meist eine Langzeittherapie mit Medikamenten wie Acetylsalicylsäure (kurz ASS), Ibuprofen oder Diclofenac.
Hinweis: Sie können sich bei einem empfindlichen Magen oder wenn Sie eines dieser Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum einnehmen, von Ihrem Arzt einen sogenannten Magensäureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol verschreiben lassen. Diese schützen Ihre Magenschleimhaut, indem sie die Säureproduktion hemmen. Außerdem lindern sie Beschwerden wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen.
Gastritis und Ernährung
Auch eine ungesunde Ernährung oder Lebensweise kann eine akute Magenschleimhautentzündung verursachen. Auslöser oder Verstärker der Krankheit sind zum Beispiel ein Übermaß an folgenden Dingen:
- Fett
- Zucker
- scharfe Speisen
- salzige Speisen
- (frittierte) Fertigprodukte
- Alkohol
- Zigaretten
Gut zu wissen: Alkohol, Zucker und Co. sind „Säurebildner“, die zu einer Säureüberproduktion in Ihrem Magen führen. Dieses Übermaß wiederum reizt dann Ihre empfindlichen Magenschleimhäute – insbesondere, wenn diese eh schon verletzt oder gereizt sind.
Gastritis und Stress
Auch anhaltender emotionaler, mentaler oder körperlicher Stress verursachen bei manchen Menschen eine Magenschleimhautentzündung.
Im Gegensatz zu einer bakteriellen oder ernährungsbedingten Magenschleimhautentzündung, liegen bei einer stressbedingten Gastritis nicht nur andere Ursachen zugrunde, es treten teilweise auch andere Symptome auf. Hierzu gehören zum Beispiel Stimmungsschwankungen, An- und Verspannungen sowie depressive Verstimmungen oder gar eine Depression.
Wie entsteht eine stressbedingte Gastritis?
Unser Verdauungstrakt und unser Gehirn sind eng verbunden und „kommunizieren“ miteinander. Stimmt also etwas mit dem Darm nicht, beeinflusst das unsere Psyche – und umgekehrt.
Wenn Sie emotionalen, psychischen oder physischen Stress haben, gelangen die dadurch freigesetzten Hormone in Ihren Magen-Darm-Trakt. Dort stören sie Ihr Darmmikrobiom, wo ein wichtiger Teil Ihres Immunsystems sitzt. Das bedeutet, Ihr Darmmikrobiom produziert weniger Antikörper, Ihre biochemische Balance gerät durcheinander und Ihre Immun- und Nervenzellen werden alarmiert.
Was sind die Symptome einer stressbedingten Gastritis?
Nachdem Ihr Magen-Darm-Trakt quasi in Alarmbereitschaft versetzt wurde, verkrampft sich Ihre Muskulatur. Gleichzeitig stören die freigesetzten Stresshormone Ihre Verdauung und Ihr Darm sendet Schmerzsignale ans Gehirn.
Das kann sich bei Ihnen beispielsweise durch folgende Symptome bemerkbar machen:
- Unwohlsein
- Magenkrämpfe oder-geschwüre
- Übelsein
- Verstopfungen
- Verspannungen
- Traurigkeit
- Nervosität
- Depressionen