Nachhaltigkeit
Was versteht man unter nachhaltig? Der Begriff stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Hans Carl von Carlowitz (1645 – 1714), Oberberghauptmann in Freiberg, prägte ihn: Als er feststellte, dass Holz im 17. Jahrhundert ein knapper Rohstoff wurde, forderte er, dass nicht mehr davon gefällt werden sollte, als in absehbarer Zeit nachwachsen kann. Ziel war es, ein natürliches System langfristig zu erhalten. Heute bedeutet "Nachhaltigkeit", mit den Ressourcen der Erde sorgsam umzugehen, nicht mehr zu verbrauchen, als sich regenerieren kann und dabei auf die Bedürfnisse der nachfolgenden Generationen Rücksicht zu nehmen.
Ökobilanz
Dabei handelt es sich um eine umfassende Analyse und Bewertung aller Umwelteinwirkungen von Produkten über ihren gesamten Lebenszyklus. Deshalb ist das Verfahren auch als "Lebenszyklusanalyse" oder der englischen Bezeichnung "Life Cycle Analysis (LCA)" bekannt. Mit der Ökobilanz des Elektroautos befasst sich zum Beispiel einer unserer Ratgeber.
Ökologischer Fußabdruck
Der ökologische Fußabdruck gibt an, wie viel Fläche Wald, Acker- und Weideland sowie Meeresfläche notwendig sind, um die verbrauchten Ressourcen wiederzugewinnen und die entstandenen Abfälle zu entsorgen. Er kann für einzelne Menschen, aber auch für Städte, Länder und Unternehmen berechnet werden. Im Gegensatz zum CO2-Fußabdruck spielen auch andere Umwelteinflüsse wie der Flächenverbrauch oder der Artenschutz eine Rolle.
Ökologischer Rucksack
Der ökologische Rucksack eines Produkts ist die Gesamtmenge aller Ressourcen, die über seinen gesamten Lebenszyklus verbraucht werden: von seiner Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung. Je schwerer der ökologische Rucksack ist, umso umweltschädlicher ist das Produkt.
Plogging
Was ist Plogging? Der Begriff Plogging ist zusammengesetzt aus plocka upp (Schwedisch: aufheben) und Jogging. Es geht also um „Müllsammeln beim Joggen“. Der Trendsport kommt aus Schweden: Erik Ahlström begann im Jahr 2016, herumliegenden Müll in Stockholm beim Laufen aufzusammeln. Inzwischen gibt es überall auf der Welt Nachahmer und auch Sie können sich daran beteiligen: In Deutschland entfernen hunderte Menschen auf diese Abfälle von der Straße. Dabei vernetzen sie sich in sozialen Medien und tauschen sich über ihre „Funde“ aus.
Recycling
Der Begriff Recycling stammt aus dem Englischen und bedeutet „wieder in den Kreislauf bringen“. Genau genommen geht es um die Wiederverwertung von Rohstoffen oder Wiederverwendung von Produkten. Bei der stofflichen Wiederverwertung werden zum Beispiel Plastikflaschen eingeschmolzen und neue daraus hergestellt.
Von einer Wiederverwendung spricht man, wenn zum Beispiel Mehrwegflaschen bis zu 50-mal neu befüllt werden. Durch Recycling lassen sich Müllberge vermeiden. Werden Produkte wiederverwendet, wird zudem Energie für die Herstellung neuer Waren eingespart. Mehr zum Thema "Mülltrennung und Recycling" lesen Sie übrigens in unserem Ratgeber „Müll richtig trennen“.
Refurbishing
"Refurbishing" (engl.: Renovierung) beschreibt die Generalüberholung und Instandsetzung von Produkten, um diese wiederzuverwenden. Vor allem Produkte aus dem IT-Bereich wie PCs, Notebooks, Drucker, Kopiergeräte und Tonerkartuschen werden inzwischen erneut nutzbar gemacht. Das nachhaltige Konzept vermeidet Abfall und spart zudem Energie für die Herstellung neuer Geräte.
Sanfter Tourismus
Sanfter Tourismus (auch "nachhaltiger Tourismus") ist eine Art des Reisens, bei der die Natur des Reiselandes möglichst intensiv erlebt wird, ohne ihr zu schaden. Außerdem passt sich der Reisende der Kultur des Zielortes an. Der Begriff bezieht sich auf den Urlaubsort, die Anreise, die Nahrungsmittel vor Ort, das Freizeitangebot und vieles mehr. Beispiele für sanften Tourismus sind:
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Reisen zu nahen Destinationen, die mit der Bahn erreicht werden können,
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Bio-Hotels mit nachhaltigem Konzept
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Kostenlose Karten für öffentliche Verkehrsmittel in Tourismusgebieten
In unserem Ratgeber „Nachhaltig reisen“ erfahren Sie mehr zum Thema.
Solarenergie / Sonnenenergie
Solarenergie beziehungsweise Sonnenenergie gehört zu den sogenannten erneuerbaren Energien. Dabei wird die Sonneneinstrahlung mithilfe von Photovoltaik-Anlagen in elektrischen Strom umgewandelt. Außerdem kann die Wärme der Sonne zum Heizen genutzt werden.
Treibhauseffekt
Der natürliche Treibhauseffekt ist ein physikalisches Phänomen, das die Temperatur auf der Erde beeinflusst. Gase wie Wasserdampf und Kohlendioxid, die sich in der Atmosphäre befinden, bilden eine Art Schutzschild für die Erde. Sie reflektieren einen Teil der Sonnenstrahlen auf die Erde zurück und verhindern so, dass diese komplett ins All zurückgestrahlt wird. So ist es warm genug auf der Erde, um Leben zu ermöglichen.
Der anthropogene Treibhauseffekt ist vom Menschen verursacht. Seit Beginn der Industrialisierung hat die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre stark zugenommen. Je mehr Treibhausgase sich in der Luft befinden, umso wärmer wird es auf der Erdoberfläche. Das führt zu immer mehr Wetterextremen, die Pole sowie Gletscher schmelzen ab und der Meeresspiegel steigt an.
Treibhausgase
Treibhausgase befinden sich in der Erdatmosphäre und sind wichtig für den natürlichen Treibhauseffekt (siehe oben). Sie sorgen dafür, dass die durchschnittliche Temperatur auf der Erde bei etwa 15 Grad liegt. Durch die Industrie, den Verkehr und die Landwirtschaft haben diese Gase in der Atmosphäre allerdings in den vergangenen 200 Jahren stark zugenommen. Das verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt. Es kommt zur Erderwärmung.
Welche Treibhausgase gibt es? Dazu zählen Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O), fluorierte Treibhausgase (F-Gase ) wie wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6) sowie Stickstofftrifluorid (NF3). Den höchsten Anteil an Treibhausgasen in Deutschland hat Kohlendioxid mit 87,1 %. Es folgen Methan mit 6,5 %, Lachgas mit 4,6 % und F-Gase mit rund 1,7 %.
Überbevölkerung
Überbevölkerung beschreibt einen Zustand, bei dem die Anzahl der Menschen die Tragfähigkeit ihres Lebensraums überschreitet. Das ist der Fall, wenn sie mehr natürliche Ressourcen verbrauchen, als in der gleichen Zeit nachwachsen können. Durch das rasante Bevölkerungswachstum auf der Erde von etwa 2,6 Menschen pro Sekunde befürchten Umweltexperten ökologische Folgen wie:
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Luftverschmutzung
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Abholzung der Wälder
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Artensterben
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Klimaerwärmung
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Umweltverschmutzung
Umweltbildung
Unter "Umweltbildung" beziehungsweise "Umwelterziehung" versteht man die Vermittlung eines verantwortungsbewussten Umgangs mit der Natur. Der Begriff kam mit der Umweltbewegung in den 1970er-Jahren auf. In Deutschland gibt es mehr als 4.600 Umweltbildungseinrichtungen. Dazu gehören Waldkindergärten genauso wie Nationalparks und Umweltakademien. Umweltpädagogen wie Landschaftsführer, Wald- und Wildnispädagogen sowie Naturpädagogen vermitteln Wissen rund um Ökologie und Nachhaltigkeit.
Umweltethik
Die Umweltethik ist eine Teildisziplin der Bioethik und befasst sich mit moralischen Fragen zum Umgang mit der belebten und unbelebten Natur. Dabei geht es zum Beispiel darum, welchen Wert Dinge oder Lebewesen haben und wie Menschen verantwortlich mit natürlichen Ressourcen umgehen. Die Umweltethik hat somit auch enge Verbindungen zum Naturschutz. Wenn Menschen ökologisch-ethisch handeln, leben sie in der Regel umweltbewusster und setzen sich aktiv für den Erhalt der Natur ein.
Urban Mining
Urban Mining ist ein englischer Begriff und heißt übersetzt „Bergbau in der Stadt“. Dabei handelt es sich um eine Strategie zur Rohstoffgewinnung auf Müllhalden, Schrottplätzen oder in alten Gebäuden. Aus alten Metallträgern, Kupferrohren oder Elektroschrott lassen sich die wertvollen Materialien recyceln und direkt vor Ort für neue Produkte verwenden. So müssen keine neuen Rohstoffe abgebaut oder teuer importiert werden.
Windpark
Windparks sind eine Ansammlung von mindestens drei bis mehr als hundert Windrädern oder Windkraftanlagen an einem Ort. Dabei wandeln sie die Bewegungsenergie der Luft in elektrische Energie um. Sie können an Land (onshore), an der Küste (nearshore) oder im Meer (offshore) gebaut werden. Windkraft zählt zu den erneuerbaren Energien.