Am späten Samstagabend bekommen Sie plötzlich höllische Bauchschmerzen. Die Praxis hat zu und in Ihrer Kleinstadt gibt es keinen Bereitschaftsdienst. Ihre Familie fährt Sie daher ins Krankenhaus. Nachdem erste Tests kein Ergebnis liefern, bestehen die Ärzte darauf, Sie ein paar Tage in der Klinik zu behalten. Keine schöne Vorstellung, vor allem, wenn Sie den stationären Aufenthalt im Krankenhaus mit völlig Fremden im Viererzimmer verbringen. Warum sich ein Einbettzimmer im Krankenhaus lohnt, wie Sie es bekommen und wer die Kosten bezahlt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
Stationäre Aufnahme im Krankenhaus – das ist die Standardvariante
Wer als Kassenpatient in die Klinik muss, landet meist in einem Dreier- oder Viererzimmer. Die Nachteile liegen auf der Hand: wenig Privatsphäre, kaum Ruhe und eine höhere Ansteckungsgefahr. Die Gesetzlichen Krankenkassen zahlen lediglich diese Unterbringungsform als Regelversorgung. Grund dafür: Gemäß dem Wirtschaftlichkeitsgebot der Krankenkassen dürfen diese nur notwendige Leistungen übernehmen.
Unterschied zwischen Einbettzimmer und Einzelzimmer im Krankenhaus
Während Einbettzimmer im Krankenhaus tatsächlich nur eine Übernachtungsmöglichkeit bieten, können in einem Einzelzimmer rein hypothetisch auch mehrere Betten stehen. Das bedeutet konkret: Ein Einzelzimmer kann im Krankenhaus auch ein Mehrbettzimmer sein, in dem aber nur ein Patient übernachtet. Da die beiden Begriffe häufig synonym verwendet werden, nutzen wir sie ebenso in diesem Ratgeber.
So fördert das Einzelzimmer im Krankenhaus Ihre Genesung
Ein Privatzimmer im Krankenhaus wirkt sich aus verschiedenen Gründen positiv auf Ihre Gesundheit aus:
- Es besteht keine Ansteckungsgefahr durch andere Patienten in Ihrem Einzelzimmer.
- Sie haben das Bad ganz für sich alleine – und müssen morgens nicht warten, bis die Dusche frei wird.
- Nachts schnarcht niemand im Bett neben Ihnen und auch tagsüber haben Sie mehr Ruhe.
- Bei Besuchen unterhalten Sie sich ohne Mithörer mit Ihren Freunden und / oder Ihrer Familie.
- Da Sie niemanden in Ihrem Einzelzimmer stören, können Sie selbst entscheiden, wann der Fernseher oder Musik läuft.
- In manchen Kliniken profitieren Sie bei der Wahl eines Einbettzimmers von weiteren besonderen Leistungen – beispielsweise einer gehobeneren Verpflegung.
Ein paar Nachteile hat das Einzelzimmer allerdings auch:
- Bekommen Sie nur wenig Besuch, fühlen Sie sich ohne Zimmergenossen womöglich etwas einsam.
- Möglicherweise besteht eine längere Wartezeit zur stationären Aufnahme, wenn gerade kein entsprechender Raum im Krankenhaus frei ist.
- Wenn Sie keine private Krankenzusatzversicherung haben, müssen Sie das Einzelzimmer im Krankenhaus meist selbst zahlen. Es sei denn aufgrund einer speziellen Krankheit geht ein extrem hohes Infektionsrisiko von Ihnen aus. Oder Sie selbst müssen – beispielsweise nach einer Organtransplantation – besonders vor Viren und anderen Krankheitserregern geschützt werden.
Wie hoch die Kosten dafür ausfallen, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.