Früher klingelten frischgebackene Mütter nach der Entbindung im Krankenhaus nach einer Krankenpflegerin, um ihr Baby zu sehen oder zu stillen. Heute ist die gemeinsame Unterbringung von Mama und Säugling selbstverständlich und das Rooming-In eine Kassenleistung.
Manchmal ist es jedoch auch heute noch besser, nur partielles Rooming-In zu praktizieren. Partielles Rooming-In heißt, dass teils die Mutter auf dem im Zimmer, teils die Pflegekräfte auf der Säuglingsstation das Kind versorgen. Das ergibt insbesondere dann Sinn, wenn die Mutter beispielsweise nach einer besonders anstrengenden Geburt viel Ruhe braucht oder Verletzungen erlitten hat. Dammriss, Kaiserschnitt und Ähnliches schränken die Frauen nach der Geburt erstmal physisch stark ein, sodass sie sich nicht oder nur eingeschränkt um ihr Kind kümmern können. Manche Mütter leiden auch an einer postnatalen Depression oder einer anderen psychischen Erkrankung.
Wenn nichts dagegen spricht, ist das Rooming-In nach der Geburt im Krankenhaus heute jedoch Standard.
Familienzimmer: Gut für Baby und Eltern
Darüber hinaus wünschen sich viele werdende Mütter, dass sie der Vater, der Partner oder die Partnerin ins Krankenhaus begleitet – und auch direkt nach der Geburt bei ihnen bleibt. Dadurch erhalten Mutter und Kind Unterstützung und die Familie lernt sich erstmal in Ruhe kennen.
Ob die Unterbringung in einem Familienzimmer möglich ist, hängt vom Krankenhaus und den vorhandenen Kapazitäten ab.
Das Familien-Rooming-In hat viele Vorteile:
- Nicht nur die Mutter-Kind-Bindung, sondern auch die Beziehung des zweiten Elternteils zum Nachwuchs wird von Anfang an gestärkt.
- Eine Geburt oder ein Kaiserschnitt hinterlassen bei der Mutter oft kleine oder größere Verletzungen. Jede Bewegung ist schmerzhaft und fällt schwer. Da ist es gut, wenn der Partner die Mutter unterstützt.
- Gerade beim ersten Kind ist es für die Eltern besonders wertvoll, wenn erfahrenes Pflegefachpersonal Tipps zu Umgang mit sowie Verhalten und Pflege von Neugeborenen gibt, bevor es nach Hause geht
Kosten für Rooming-In im Krankenhaus
Das Rooming-In für Mutter und Baby übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung. Die Kosten für ein Familienzimmer nach der Geburt tragen meist die frischgebackenen Eltern – außer sie besitzen eine entsprechende Zusatzversicherung.
Je nach Krankenhaus belaufen sich die Zusatzkosten für ein Familienzimmer pro Nacht auf 50 bis 100 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Verpflegung der Begleitperson.
Haben Sie eine private Krankenzusatzversicherung, die Familien-Rooming-In abdeckt? Dann übernimmt diese Ihre zusätzlichen Ausgaben durch den Krankenhausaufenthalt nach der Geburt. Dazu zählen die Kosten für die Unterbringung Ihres Partners im Familienzimmer nach einer Entbindung sowie dessen Verpflegung.