Ob an heißen Sommertagen oder in Prüfungssituationen – es gibt viele Momente, in denen wir ins Schwitzen kommen. Das ist meist auch gut so, denn Schweiß erfüllt wichtige Funktionen: Er reguliert unsere Körpertemperatur und schützt vor Mikroben. Manche Menschen leiden jedoch unter extrem starkem Schwitzen am Kopf, im Gesicht oder am Körper. Wie medizinisches Botox gegen übermäßiges Schwitzen hilft, wie die Behandlung funktioniert und was sie kostet, lesen Sie in diesem Ratgeber.
Übermäßiges Schwitzen – was steckt dahinter?
Der Begriff „Hyperhidrose“ steht für ungewöhnlich starkes Schwitzen. Je nach Lokalisation und Ursache unterscheiden Mediziner verschiedene Formen der Hyperhidrose. Kommt der extreme Schweiß-Ausbruch nur an einem Körperteil vor – beispielsweise den Füßen – handelt es sich um eine lokale Hyperhidrose. Betrifft das übermäßig starke Schwitzen mehrere Teile wie Achseln, Gesicht und Kopf, sprechen Mediziner von einer generalisierten Hyperhidrose. Haben Sie nur auf einer Körperseite schwitzige Hände, Füße etc., liegt eine Hemihyperhidrosis vor.
Kann Ihr Arzt für das starke Schwitzen keine konkrete Ursache erkennen, handelt es sich um eine idiopathische Hyperhidrose. Erzeugt eine andere Krankheit wie Krebs Ihre Schweißausbrüche, ist von einer sekundären Hyperhidrose die Rede.
Hyperhidrose – welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Leiden Sie unter einer sekundären Hyperhidrose, wird diese mit der primären Erkrankung behandelt.
Bei einer idiopathischen Hyperhidrose eignen sich verschiedene Behandlungsformen für Sie:
- Konservative Behandlungsformen wie Diäten, Maßnahmen gegen Stress oder Wechselduschen
- Einnahme von Tabletten wie Beta-Blockern oder Antitranspirantien
- Injektion von Botox
- Chirurgische Eingriffe wie die operative Entfernung von Schweißdrüsen
Konservative Behandlungsformen eignen sich vor allem bei leichteren oder psychisch bedingten Formen der Hyperhidrose. Da die Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox) gegen Schwitzen weniger gefährlich ist als operative Eingriffe, ist sie in letzter Zeit immer beliebter geworden. Vor allem für Patienten mit Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Medikamenten oder starker Hyperhidrose eignet sie sich gut.
Wichtig zu wissen: Um die für Sie passende Behandlung zu ermitteln, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt. Nur er kann die individuellen Umstände Ihrer Schweißausbrüche richtig einordnen und so die passende Hyperhidrose-Therapie empfehlen.
Botox gegen Schwitzen– welche Risiken birgt die Behandlung?
Zu den häufigen Nebenwirkungen von Botox-Spritzen zählen leichte Schmerzen oder Schwellungen an der injizierten Stelle. Auch blaue Flecken und Pickel können dort auftreten. Kopfschmerzen, Hitzewallungen und Schmerzen in Armen und Beinen kommen ebenfalls häufig vor. Vereinzelte Patienten leiden zudem unter Muskelschwäche oder Übelkeit.
Langfristige Risiken von Botox-Behandlungen gegen Schwitzen sind hingegen nicht bekannt. Die Gefahr einer Botox-Vergiftung besteht nur bei unsachgemäßer Behandlung. Sie sollten daher immer einen erfahrenen Facharzt für diese Therapie aufsuchen.
Da derzeit keine hinreichenden medizinischen Studien mit Schwangeren und Stillenden existieren, sollten beide Personengruppen auf Botox bei Hyperhidrose besser verzichten.