Hörgerät-Preise – das zahlen Sie für Hörsysteme

Das Wichtigste in Kürze

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Wenn Sie ein Hörgerät kaufen, kommen Kosten von bis zu mehreren Tausend Euro auf Sie zu.
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Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten nur bei medizinischer Indikation eines Hörgeräts – und auch dann nur in Höhe spezieller Kassenmodelle.
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Eine umfassende private Zusatzversicherung kann Ihren Eigenanteil deutlich senken oder sogar komplett übernehmen.
Preise für verschiedene Hörgerät-Modelle
Ob Hörgeräte im Ohr, hinter dem Ohr oder komplett andere Hörsysteme – die Preislisten gehen vom einstelligen bis in den vierstelligen Bereich pro Ohr. Welche Kosten für welche Hörgeräte anfallen und was Ihre Versicherung dafür zahlt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
Diese Faktoren bestimmen den Preis von Hörgeräten
- Technologie
- Zahl der Kanäle
- Zahl der Hörprogramme
Preise für verschiedene Hörhilfen
Es existieren fünf verschiedene Klassen von Hörgeräten mit unterschiedlichen Preisen, die sich folgendermaßen unterteilen:
- Hörgeräte zum „Nulltarif“: Bei dieser Kategorie von Hörhilfen zahlen Sie nur die Rezeptgebühr von 10 Euro. Den Rest trägt die gesetzliche Krankenkasse. Hier handelt es sich meist um Hörgeräte, die Sie hinter dem Ohr tragen.
- Geräte der Einstiegsklasse: Diese Variante ist oft schon in der Lage, verschiedene Hörsituationen zu identifizieren. So eignen sich diese Hörgeräte beispielsweise gut für Senioren, die gern vor dem Fernseher sitzen. Je nach Anbieter werden diese Modelle auch mit „untere Mittelklasse“ oder „Zwei-Sterne-Hörgeräte“ tituliert. Der Hörgeräte-Preis beginnt hier oft bei 1.000 Euro – für Sie bleibt nach Abzug der Kassenleistung ein Restbetrag von 150 Euro bis 700 Euro zu zahlen.
- Modelle der Mittelklasse: Diese Geräte bieten erweiterte Bluetooth-Verbindungen und eine mittlere Anzahl von Hörprogrammen. Manche Hörgeräte dieser Klasse lassen sich auch per App steuern. Bei einigen Anbietern laufen diese Geräte auch unter dem Namen „Drei-Sterne-Hörgeräte“. Die Preise dieser Hörgeräte beginnen meist bei 2000 Euro. Ohne entsprechende Zusatzversicherung müssen Sie 800 bis 1100 Euro selbst zahlen.
- Geräte der Oberklasse: Diese Modelle sind oft als Akku-Variante verfügbar und damit nachhaltiger. Außerdem sind diese Hörgeräte echte Meister im Unterdrücken von Störgeräuschen. Manche Anbieter titulieren diese Modelle auch als „Hörgeräte der oberen Mittelklasse“ oder „Vier-Sterne-Geräte“.
Die Preise dafür starten bei etwa 2.500 Euro. Wenn Sie nur gesetzlich versichert sind, zahlen Sie etwa 1.300 bis 2.000 Euro selbst.
- Hörgeräte der Premiumklasse: Diese Modelle bieten eine Vielzahl verschiedener automatischer Hörprogramme. Meist handelt es sich um Akku-Modelle. Egal, ob bei Musik, Wind oder im riesigen Konferenzsaal – Sie verstehen jedes Detail Ihrer Unterhaltung. Diese Hörgeräte werden auch als Fünf-Sterne-Modell verkauft – die Preise gehen in den mittleren vierstelligen Bereich. Ihr Eigenanteil kann bis zu 3.000 Euro betragen.
Gut zu wissen: In unserem Ratgeber „Hörgeräte-Arten“ finden Sie alle Details zu einzelnen Modellen.
Welche Versicherung zahlt für die Hörgeräte-Kosten?
Wünschen Sie sich dagegen ein höherwertiges Hörgerät, leistet die Krankenkasse nur eine Zuzahlung.
Für alle, die im Alter oder aus anderen Gründen ein topaktuelles Hörgerät mit bester Technik wünschen, lohnt sich daher eine Zusatzversicherung. Die Krankenzusatzversicherung von DA Direkt übernimmt im Rahmen eines jährlichen Gesundheitsbudgets die Kosten für Heil- und Hilfsmittel, für die die gesetzliche Krankenkasse nicht aufkommt. Die Höhe des Gesundheitsbudgets ist dabei vom gewählten Tarif Ihrer Zusatzversicherung abhängig.
Ob Hörgerät, Gehhilfe oder Taping: DA Direkt kommt für die Preise von Heil- und Hilfsmitteln auf.
Hörtest, Hörgeräte-Service & Co. – welche Kosten entstehen zusätzlich?
Neben den Preisen für das Hörgerät selbst kommen auch Kosten für damit verbundene Services und Produkte auf Sie zu. Dazu zählen die folgenden Aspekte:
- Hörtest vor Kauf des Hörgeräts:
Der Hörtest beim Arzt oder Akustiker ist meist gratis, selten wird eine Gebühr von 10 bis 100 Euro fällig. Es gibt auch diverse kostenlose Online-Hörtests. Von diesen ist jedoch abzuraten. Denn Umgebungsgeräusche und Ihr Ausgabegerät können die Ergebnisse verfälschen. Außerdem fehlt Ihnen hier die Beratung eines Experten, der die Resultate richtig einordnet.
- Hörgeräte-Batterien:
Um das Hörgerät mit Power zu versorgen, brauchen Sie oft spezielle Batterien. Die Preise liegen hier bei etwa 0,30 bis 2,70 Euro pro Stück. Je nach Qualität, Typ und den Einstellungen Ihrer Hörhilfe müssen Sie die Batterie alle 3 bis 20 Tage wechseln. Das bedeutet: Im Monat kommen Sie auf etwa 0,45 bis 30 Euro für die Energiespeicher.
- Reinigungsgeräte für Hörgeräte:
Damit Ihre Hörhilfe langfristig gut klingt und um Infektionen vorzubeugen, müssen Sie sie regelmäßig reinigen. Die Ohrpassstücke und Schallschläuche für Hörgeräte können Sie mit einem entsprechenden Ultraschallgerät säubern. Die Kosten dieser Reinigungsgeräte für Hörgeräte bewegen sich im Rahmen von etwa 20 bis 60 Euro.
- Reinigungsspray für Hörgeräte:
Die Bauteile Ihrer Hörhilfe, die nicht in Reinigungsgeräte dürfen, können Sie mit einem entsprechenden Spray säubern. Die Preise liegen hier bei etwa 6 bis 12 Euro.
- Reinigungstücher für Hörgeräte:
Auch spezielle Tücher sind eine gute Alternative, Ihr Hörgerät zu reinigen. Sie zahlen pro Tuch etwa 0,10 bis 0,30 Euro – eine 200-Stück-Packung kostet also 10 bis 30 Euro.
- Trockengeräte für Hörhilfen
Damit die Technik lange funktioniert, gilt es, Ihre Hörhilfe nach der Reinigung schnell zu trocknen. Entsprechende Hörgeräte-Trockner gibt es im Fachhandel oder online. Die Kosten dafür liegen bei etwa 60 bis 100 Euro. Für Hörgeräte mit Akku gibt es kombinierte Lade- und Trockenstationen. Hierfür zahlen Sie etwa 120 bis 200 Euro.
- Trockenkapseln für Hörgeräte
Die Trockenkapseln sind ein Bestandteil der Trockengeräte und müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Für eine 20-Stück-Packung zahlen Sie meist 8 bis 15 Euro.
Häufige Fragen und Antworten zum Thema „Hörgerät-Preise“
Was kostet ein Hörgerät?
Das hängt ganz vom gewünschten Modell ab. Hörgeräte ohne Zuzahlung bekommen Sie bereits zum Nulltarif – das heißt: Sie tragen lediglich die Rezeptgebühr von 10 Euro. Bei Hörgeräten der Spitzenklasse gehen die Preise jedoch häufig in den mittleren dreistelligen Bereich.
Was zahlt die Krankenkasse für meine Hörhilfe?
Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt nur für sogenannte Kassenmodelle der Hörgeräte. Je nach Hörschaden trägt sie Kosten in Höhe von 704 bis 734 Euro. Hörhilfen mit modernster Technologie, Akku, App-Bedienung und verschiedensten Programmen kosten jedoch mehrere Tausend Euro. Hier lohnt sich der Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung mit umfassenden Leistungen – wie der von DA Direkt.
Welche Kosten fallen neben dem Hörgerät-Preis an?
Zusätzlich zur Hörhilfe selbst benötigen Sie Energiespeicher und Materialien zum Reinigen und Trocknen des Geräts. In seltenen Fällen müssen Sie außerdem für den Hörtest beim Arzt oder Akustiker zahlen.
Wo kann ich ein Hörgerät kaufen?
Sie bekommen Hörhilfen in spezialisierten Fachgeschäften oder beim Hörakustiker. Auch online können Sie Hörgeräte kaufen – hier entfällt jedoch die wichtige Beratung und Adjustierung des Geräts, weswegen Fachleute davon abraten.
Angelika Dick, 06.01.2026