Vom Sehtest bis zur fertigen Brille gibt es einige Schritte zu beachten. Mit der richtigen Vorgehensweise stellen Sie sicher, dass Sie die bestmögliche Versorgung und Kostenübernahme erhalten.
Schritt 1: Der Sehtest – Augenarzt oder Optiker, was ist besser?
Die erste Anlaufstelle ist die Ermittlung Ihrer aktuellen Sehstärke. Hier haben Sie zwei Möglichkeiten, die unterschiedliche Zwecke erfüllen.
Ein Augenarzt ist Mediziner. Er prüft nicht nur Ihre Sehstärke, sondern untersucht Ihre Augen auch auf mögliche Erkrankungen (z. B. Grauer Star, Glaukom). Nur ein Augenarzt kann Ihnen ein Rezept für eine Brille ausstellen, das Sie bei der gesetzlichen Krankenkasse einreichen können, falls Sie einen Leistungsanspruch haben.
Ein Optiker oder Optometrist ist ein Experte für Sehhilfen. Er führt ebenfalls eine präzise Messung Ihrer Sehstärke (Refraktion) durch und berät Sie bei der Auswahl der passenden Gläser und des Gestells. Für die reine Anfertigung einer Brille reicht der Sehtest beim Optiker aus.
Viele Optiker bieten den Sehtest kostenlos oder für eine geringe Gebühr an, oft in der Erwartung, dass Sie die Brille anschließend dort kaufen. Der Test dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten. Wenn Sie jedoch einen Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse beantragen wollen, führt kein Weg am Rezept vom Augenarzt vorbei.
Schritt 2: Die richtige Brille aussuchen – Tipps für Ihre Bedürfnisse
Mit Ihren aktuellen Werten in der Hand geht es an die Auswahl. Überlegen Sie, wofür Sie die Brille hauptsächlich benötigen.
- Fernbrille (Einstärkenbrille): Korrigiert Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit für eine klare Sicht in die Ferne.
- Lesebrille (Einstärkenbrille): Hilft bei Alterssichtigkeit und sorgt für scharfes Sehen im Nahbereich, z. B. beim Lesen.
- Gleitsichtbrille: Die All-in-One-Lösung. Sie korrigiert die Sicht in der Ferne, im Zwischenbereich (z. B. am Computer) und in der Nähe stufenlos in einem Glas.
Spezialfall Arbeitsplatzbrille
Arbeitsplatz- und Bildschirmbrillen sind eine Angelegenheit des Arbeitsschutzes und somit keine Leistung der Krankenkasse. Die Verantwortung für die Kosten liegt stattdessen beim Arbeitgeber. Sprechen Sie Ihren Arbeitsgeber am besten direkt darauf an, um die Details für einen Zuschuss zu klären.
Worauf bei einer Sportbrille mit Sehstärke (z. B. Radbrille, Laufbrille) zu achten ist
Sportbrillen müssen besonderen Anforderungen genügen. Achten Sie auf bruchsichere Materialien (z. B. Polycarbonat), einen festen und bequemen Sitz sowie eine gebogene Form, die Ihre Augen vor Wind, Staub und UV-Strahlung schützt. Viele private Zusatzversicherungen bezuschussen auch Sportbrillen mit Sehstärke.
Schritt 3: Der Brillenkauf – worauf achten für die beste Qualität?
Die Auswahl an Anbietern ist groß. Wägen Sie die Vor- und Nachteile genau ab, um die beste Entscheidung für sich zu treffen.
Der Online-Kauf lockt oft mit günstigeren Preisen und einer riesigen Auswahl. Der Nachteil: Eine fachkundige Beratung, die Anpassung des Gestells an Ihr Gesicht und der Service bei Problemen fehlen.
Der Optiker vor Ort bietet eine persönliche Beratung, hilft bei der Auswahl des perfekten Sitzes und ist auch nach dem Kauf Ihr Ansprechpartner für Anpassungen oder Reparaturen. Dieser Service hat oft einen etwas höheren Preis, der sich aber durch die bessere Qualität und Passgenauigkeit bezahlt machen kann.
Schritt 4: Kostenübernahme beantragen
Wenn Sie einen Leistungsanspruch bei der gesetzlichen Krankenkasse haben, reichen Sie das ärztliche Rezept und die detaillierte Rechnung des Optikers bei Ihrer Krankenkasse ein. Diese erstattet Ihnen dann den Festbetrag. Für die Erstattung durch Ihre private Zusatzversicherung, laden Sie in der Regel die Rechnung in Ihrem Kundenportal hoch. Informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrem Versicherer.