Häufig sind es kleine Verletzungen beim Gassigehen oder beim Spielen, die sich Ihr Vierbeiner zuzieht. Dann sollten Sie wissen, wie Sie bei Ihrem Hund eine Wunde versorgen und einen Verband anlegen. Befindet sich Ihr bester Freund nach einem Unfall oder einer Vergiftung in Lebensgefahr, zählt jede Sekunde. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie einen Notfall erkennen und wie Sie Erste Hilfe beim Hund leisten.
Was ist ein Notfall beim Hund?
Eine verletzte Pfote zu erkennen, fällt nicht schwer: Der Hund humpelt vielleicht, leckt die Pfote, eventuell blutet er sogar. Mit ein wenig Übung können Sie die Wunde verbinden. Bei inneren Verletzungen und schweren Erkrankungen ist es wichtig, die sogenannten Vitalwerte Ihres Hundes zu prüfen.
Zu den Vitalwerten gehören zum Beispiel die Körpertemperatur, die Atemfrequenz, der Puls und die Farbe der Mundschleimhaut. Erst wenn Sie diese gemessen und mit den Normalwerten eines gesunden Hundes verglichen haben, können Sie den Zustand Ihres kranken Tiers beurteilen und erkennen, ob es sich um einen echten Notfall handelt. Dann wissen Sie auch, ob Sie sofort Erste Hilfe bei Ihrem Hund leisten müssen.
Wichtige Vitalwerte beim Hund
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normal |
kritisch |
| Körpertemperatur |
Welpen: bis 39,5° C
Erwachsene Hunde: 37,5° – 39° C
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Weniger als 37,0° C
Mehr als 39,5° C
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| Pulsfrequenz |
Kleine Hunde: 100 – 120 Herzschläge/Minute
Große Hunde: 80 – 100 Herzschläge/Minute
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Weniger oder mehr als 80 – 120 pro Minute |
| Atmung |
Kleine Hunde: 18 – 30 Atemzüge/Minute
Große Hunde: 14 – 22 Atemzüge/Minute
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Mehr als 30 pro Minute |
| Maulschleimhaut |
Rosa, glatt, glänzend |
Blass: Schock, Blutarmut
Blau: Sauerstoffmangel
Grau: Vergiftung
Gelb: Leberproblem
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| Dehydration / Austrockung |
Falte im Nacken hochziehen: Nach dem Loslassen bildet sie sich sofort zurück |
Falte bleibt länger stehen, wenn der Hund bereits stark ausgetrocknet ist |
| Ansprechbarkeit |
Hund reagiert sofort auf Ansprache |
Hund reagiert nicht, wirkt apathisch oder ist schon bewusstlos |
So checken Sie Vitalwerte bei Ihrem Hund
- Körpertemperatur: Ein handelsübliches Fieberthermometer mit Öl oder Vaseline einschmieren; etwa zwei Zentimeter in den After einführen und festhalten, bis die Messung abgeschlossen ist.
- Herzschlag: An der Oberschenkelader (am Innenschenkel in der Beinfalte) den Puls messen. Mit Zeige- und Mittelfinger leicht auf die Ader drücken und Puls fühlen; Schläge 15 Sekunden lang mitzählen, dann mal vier nehmen – das ergibt den Pulsschlag pro Minute.
- Atemfrequenz: Beobachten Sie dazu den Brustkorb Ihres Hundes und zählen Sie, wie oft er sich in der Minute hebt.
- Maulschleimhaut kontrollieren: Suchen Sie sich eine wenig pigmentierte Stelle am Zahnfleisch Ihres Tiers und drücken Sie etwa drei Sekunden mit dem Zeigefinger darauf. Lassen Sie die Stelle los, sollte sie nach etwas zwei Sekunden wieder ihre ursprüngliche Farbe annehmen. Bleibt Sie blass oder bläulich, ist der Kreislauf Ihres Hundes kritisch. Eine graue Verfärbung deutet auf eine Vergiftung hin.
Tipp: In einem Erste-Hilfe-Kurs für den Hund lernen Sie, was zu tun ist, wenn es Ihrem Vierbeiner schlecht geht. Sie erfahren nicht nur, wie Sie die Vitalwerte bei Ihrem Vierbeiner messen und wie Sie im Notfall vorgehen müssen, um Ihrem Hund das Leben zu retten. Auch bei den kleinen Gefahren des Alltags wie einem Insektenstich, Vergiftungserscheinungen oder einer Pfotenverletzung können Sie Ihrem Liebling helfen und schnell Schmerzen lindern.