So finden Sie die richtige Geburtsklinik

Das Wichtigste in Kürze

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Bei der Wahl der Entbindungsklinik spielen viele Faktoren eine Rolle – beispielsweise die Ausstattung im Kreißsaal und die Entfernung zum Wohnort.
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An Info-Abenden erfahren Sie alle Details zu Ausstattung, Angeboten und Unterbringungsmöglichkeiten in der Entbindungsklinik.
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Damit der Krankenhausaufenthalt nach der Geburt möglichst entspannt verläuft, sollten Sie rechtzeitig eine Kliniktasche mit Dokumenten, Kleidung & Co. packen.
Geburtsklinik finden – diese Kriterien sind essenziell
So finden Sie die beste Geburtsklinik für Ihre Entbindung
Weil sie es nicht besser wissen, entscheiden sich viele werdende Eltern in der Regel für die nächstgelegene Entbindungsklinik. Zwar ist die Entfernung durchaus wichtig, wenn beispielsweise die Wehen plötzlich stark einsetzen. Es lohnt sich jedoch, das Krankenhaus auch auf andere Faktoren hin zu überprüfen.
Folgende Fragen liefern Ihnen wichtige Anhaltspunkte für Ihre Entscheidung:
- Ist die Anfahrt problemlos möglich – sei es per Auto, Taxi oder öffentlich?
- Gibt es gesonderte Parkplätze für Kreißsaal-Patienten?
- Wie ist die Atmosphäre vor Ort?
- Wie ist der Kreißsaal ausgestattet? Gibt es beispielsweise eine Geburtswanne und einen Gymnastikball?
- Wer darf die Mutter bei der Geburt begleiten?
- Dürfen Sie eine Begleithebamme mitbringen?
- Wie sind die Besuchszeiten?
- Welche Zimmervarianten gibt es in der Geburtsklinik? Ist die Unterbringung im Familienzimmer möglich?
- Lassen sich die Betten elektrisch verstellen?
- Wie viele Geburten betreut das Krankenhaus pro Jahr?
- Gibt es spezielle Nachsorge-Angebote wie Rückbildungskurse?
- Für Risiko-Schwangerschaften wichtig: Gibt es eine Neugeborenen-Intensivstation?
Und verfügt die Geburtsklinik über eine angeschlossene Kinderklinik?
Gut zu wissen: Viele Geburtskliniken veranstalten regelmäßig Info-Abende – nutzen Sie die Gelegenheit und stellen Sie alle Fragen, die Ihnen unter den Nägeln brennen. Wichtiger als Hochglanz-Prospekte ist Ihr ganz persönlicher Eindruck vom Krankenhaus.
Familienzimmer im Krankenhaus – so starten Sie gemeinsam ins Familienleben
Das Rooming-In des Säuglings nach der Geburt im Zimmer der Mutter ist inzwischen in den meisten Kliniken üblich. In manchen Krankenhäusern können Sie auch ein Familienzimmer buchen – die Kosten liegen hier meist bei 50 bis 100 Euro pro Nacht. Der Vorteil: Vater, Geschwisterkinder und andere Familienmitglieder können bei Mutter und Baby übernachten. Die Kosten tragen Sie selbst – es sei denn, Sie haben eine private Krankenzusatzversicherung mit entsprechenden Leistungen.
Die Vorteile eines Familienzimmers im Krankenhaus liegen auf der Hand: Nach der Geburt können gleich alle Elternteile und Geschwister die Bindung zum Baby stärken. Außerdem hat die Mutter wichtige Unterstützung durch vertraute Menschen.
Bis zur 30. Schwangerschaftswoche sollten Sie die beste Entbindungsklinik gefunden haben und sich dort anmelden. Wie das funktioniert, lesen Sie im nächsten Abschnitt.
So melden Sie sich in der Geburtsklinik an
Vereinbaren Sie telefonisch oder per Mail einen Vorstellungstermin. Manche Kliniken haben auch ein entsprechendes Anmeldeformular auf der Website.
Wenn Sie sich in der Geburtsklinik anmelden, müssen Sie meist die folgenden Fragen beantworten:
- Erwarten Sie ein Kind, Zwillinge oder Drillinge?
- Liegt Ihr Baby in Schädellage oder in Beckenendlage?
- Ist Ihr Baby ungewöhnlich groß oder klein?
- Haben Sie Diabetes? Müssen Sie Insulin spritzen?
- Leiden Sie an schwangerschaftsbedingten Krankheiten wie hohem Blutdruck?
- Leiden Sie an psychischen Erkrankungen?
- Haben Sie eine anderweitige Vorerkrankung?
- Besteht eine Risikoschwangerschaft?
- Hatten Sie schon einmal einen Kaiserschnitt?
- Unter welcher Telefonnummer sind Sie erreichbar?
Tipp: Notieren Sie sich vor dem Gespräch wichtige Fragen und Wünsche – so sind Sie optimal vorbereitet.
Übrigens: Auch wenn Sie sich bereits bei einer Geburtsklinik angemeldet haben, können Sie diese noch wechseln – Sie sollten jedoch der ersten Klinik Bescheid geben, damit diese den Platz an andere Eltern vergeben kann.
Kliniktasche packen: Das sollten Sie in die Geburtsklinik mitnehmen
Hier die passende Checkliste für Ihre Kliniktasche zur Geburt:
Baby-Bedarf:
- Autositz für den Heimweg
- Babydecke
- Höschen, Hemdchen oder Strampelanzüge
- Jäckchen und Mützchen je nach Jahreszeit
- Spucktücher
- Windeln für Neugeborene
- Ausgefüllte Unterlagen der Klinik – beispielsweise PDA-Fragebogen
- Mutterpass
- Krankenkassenkärtchen sowie gegebenenfalls die Karte Ihrer Zusatzversicherung
- Personalausweis beider Eltern
- Vaterschaftsanerkennung bzw. Eheurkunde
- Geburtsurkunden der Eltern
- Bürste
- Deo
- Duschgel
- Föhn
- Handtücher
- Haargummi bei langen Haaren
- Hautcreme
- Massage-Öl
- Nagel-Set
- Shampoo
- Waschlappen
- Zahnbürste und Zahnpasta
- Packung weicher Monatsbinden
- Bademantel
- Badelatschen oder Hausschuhe
- bequeme Kleidung für zwei bis drei Tage
- langes T-Shirt für die Geburt
- leichte Strickjacke
- Nachthemden, idealerweise mit durchgehenden Knöpfen oder Reißverschluss
- Slips aus Baumwolle mit genügend Platz für zwei Binden
- Still-BHs und Stilleinlagen
- Still-Kissen
- Kleidung für die Heimfahrt in der Größe, die Sie im fünften Monat getragen haben
- warme Socken
- Bonbons oder Traubenzucker
- Buch
- Brille , falls nötig
- Handy, falls die Klinikordnung es nicht verbietet
- Kamera, falls Handys nicht erlaubt sind
- Kopfhörer
Haben Sie für den Krankenhausaufenthalt ein Familienzimmer gebucht, brauchen Sie auch eine Kliniktasche für den Mann bzw. Ihre Partnerin. In diese Krankenhaustasche für die Geburtsklinik kommen ebenfalls bequeme Klamotten, Freizeit- und Hygienebedarf sowie ein Rasierer.
Häufige Fragen und Antworten zum Thema „Geburtsklinik finden“
Kann man sich die Geburtsklinik aussuchen?
Ja, die Geburtsklinik können Sie frei wählen – wichtig ist nur, dass Sie sich rechtzeitig anmelden. Das bedeutet deutlich weniger Stress, als in den Wehen liegend beim jeweiligen Krankenhaus aufzutauchen.
Wann sollte ich die Klinik für die Geburt meines Kindes aussuchen?
Schauen Sie sich möglichst frühzeitig verschiedene Krankenhäuser an. Denn bis zur 30. Schwangerschaftswoche sollten Sie sich bei der Entbindungsklinik Ihrer Wahl angemeldet haben.
Ab wann kann ich mich in der Geburtsklinik anmelden?
Sie können sich bei der Geburtsklinik so früh anmelden, wie Sie wollen – üblicherweise ist es ab der 14. bis 18. Schwangerschaftswoche sinnvoll, da erst dann bestimmte Risiken erkennbar werden. Bei bekannten Risikoschwangerschaften sollten Sie jedoch bereits früher mit der Planung beginnen.
Wie lange bleibt man nach der Geburt im Krankenhaus?
Die Aufenthaltsdauer hängt vom Geburtsverlauf und Ihrem persönlichen Befinden ab. In der Regel können Sie nach einer unkomplizierten Spontangeburt nach zwei bis drei Tagen wieder nach Hause. Bei einem Kaiserschnitt sind es typischerweise vier bis fünf Tage. Manche Kliniken bieten auch frühere Entlassungen mit Hebammennachsorge an, sprechen Sie diesen Wunsch frühzeitig an.
Wieviel kostet ein Familienzimmer im Krankenhaus?
Hier gibt es keine pauschal gültige Antwort, da die Entbindungskliniken den Preis selbst festlegen. Meist zahlen Sie zwischen 50 bis 100 Euro pro Nacht. Eine private Zusatzversicherung wie die von DA Direkt trägt diese Kosten.
Angelika Dick, 06.01.2026