Ist Ihre Hündin scheinträchtig, helfen Sie Ihr am besten, wenn Sie sie ablenken. Befolgen Sie diese Tipps, wenn Ihre Fellnase scheinschwanger ist:
- Machen Sie zum Beispiel ausgiebige Spaziergänge und spielen Sie mit ihr. Seien Sie vor allem geduldig mit ihr, wenn sie nicht so lebhaft wie sonst ist.
- Achten Sie darauf, dass die Hündin nicht an ihrem Gesäuge leckt, denn das verstärkt die Bildung von Milch. Wenn es nicht anders geht, können Sie dies mit einer Halskrause verhindern.
- Fassen Sie das geschwollene Gesäuge des Tiers nur wenn nötig an, etwa um zu prüfen, ob es warm ist – in dem Fall ist es entzündet. Manche Halter drücken es aus, um ihr Haustier vom sogenannten Druckschmerz zu befreien. Damit erreichen Sie jedoch das Gegenteil, da noch mehr Milch produziert wird. Warten Sie am besten ab, bis die Schwellung von selbst abklingt und die Milchproduktion eingestellt ist.
Wann sollte ein Tierarzt eingeschaltet werden?
In diesen Fällen ist ein Tierarztbesuch angebracht:
- Ihre Hündin leidet extrem unter der Scheinträchtigkeit, verliert stark an Körpergewicht und wirkt teilnahmslos.
- Das Gesäuge ist geschwollen und heiß – vermutlich liegt eine Entzündung vor und Ihre Fellnase hat Schmerzen.
- Das Tier reagiert zunehmend aggressiv auch auf Familienmitglieder.
Der Arzt kann den Milchfluss mit sogenannten Prolaktinhemmern stoppen, wenn Ihr Hund deswegen Schmerzen hat. Ist das Gesäuge wegen des Milchstaus bereits entzündet, verschreibt der Arzt Antibiotika.
Lässt sich eine Scheinschwangerschaft beim Hund verhindern?
Eine Scheinträchtigkeit können Sie bei einem gesunden Tier nicht vermeiden. Normalerweise schadet diese Ihrem Liebling aber auch nicht. Langfristig kann nur eine Kastration Ihrer Hündin verhindern, dass sie läufig und somit auch (schein-)trächtig wird.
Diesen operativen Eingriff nehmen Tierärzte allerdings meisten nur vor, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Das bedeutet: Das Tier hat eine Erkrankung an den Eierstöcken oder der Gebärmutter. Eine Kastration kommt möglichweise auch infrage, wenn Ihre Fellnase einen langen Leidensweg hinter sich hat, etwa weil sie wiederholt scheinträchtig war und sich infolgedessen aggressiv gegenüber anderen Hunden oder Familienmitgliedern verhält. Lassen Sie sich die individuellen Vorteile und Risiken eines solchen Eingriffs vom Tierarzt erklären.
Übrigens: Eine hormonelle Behandlung, die verhindert, dass eine Hündin läufig wird, gibt es derzeit nicht. Verfahren wie ein Hormon-Chip oder eine Hormonspritze für weibliche Tiere werden erprobt, bergen aber noch zu viele Risiken. Aufgrund der Hormonumstellung kann es zu Dauerläufigkeit und Eierstockzysten bei den Tieren kommen.
Gut zu wissen: Die Hundekrankenversicherung von DA Direkt übernimmt bis zu 100 Prozent der Kosten für ambulante und stationäre Behandlungen bei Ihrem Tierarzt, wenn es sich um eine medizinisch notwendige Kastration handelt. Wenn Sie als Besitzer eine Kastration ohne medizinische Notwendigkeit wünschen, dann können Sie das jährliche Gesundheitsbudget für diese Kastration einsetzen, wenn Sie sich nach Abwägung aller Vor- und Nachteile dafür entscheiden.