Ein gesundes Kind zu bekommen – das ist der größte Wunsch von werdenden Eltern. Bei regelmäßigen Vorsorge-Untersuchungen erfahren sie, wie sich ihr Baby entwickelt und ob die Schwangerschaft normal verläuft. Spezielle Ultraschall-Screenings wie die Nackenfaltenmessung beim Ungeborenen liefern Hinweise, ob möglicherweise ein genetischer Defekt vorliegt. Wann diese Untersuchung sinnvoll ist, wie aussagekräftig die Ergebnisse sind und ob die Krankenkassen für die Kosten aufkommen, lesen Sie in diesem Ratgeber.
Was ist eine Nackenfaltenmessung?
Die Nackenfaltenmessung (auch Nackentransparenzmessung, kurz: NT-Messung oder NT-Screening) ist eine vorgeburtliche Ultraschall-Untersuchung bei Schwangeren. Dabei misst der Frauenarzt die Nackenfalte des Kindes an ihrer breitesten Stelle. Anhand der Messergebnisse und weiterer Tests ermittelt der Arzt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass das Kind mit einer genetischen Störung oder einer Fehlbildung zur Welt kommt. Die Nackentransparenzmessung allein ist allerdings ein wenig aussagekräftiger Test. Meist sind weitere Untersuchungen nötig, um das Ergebnis zu bestätigen.
Nackenfaltenmessung: Hinweis auf genetische Defekte und Fehlbildungen
Der Arzt berechnet mithilfe der Nackenfaltendicke und weiterer Werte die Wahrscheinlichkeit für verschiedene Gendefekte beim Kind. Dazu zählen zum Beispiel:
- Trisomie 21 (auch als Down-Syndrom bekannt – das Chromosom 21 ist dreimal statt zweimal vorhanden)
- Trisomie 13 (Pätau-Syndrom – das Chromosom 13 ist dreimal vorhanden)
- Trisomie 18 (Edwards-Syndrom – das Chromosom 18 ist dreimal vorhanden)
- Trisomie X (Triple-X-Syndrom – das X-Chromosom ist bei Mädchen dreimal vorhanden)
Darüber hinaus kann eine verdickte Falte auch auf diese Fehlbildungen hinweisen:
- Herzfehler
- Fehlbildung der Lunge, des Skeletts oder des Bauchs
- Zwerchfell oder Nabelbruch
- verzögerte Entwicklung der Lymphgefäße
Wem empfehlen Ärzte ein NT-Screening?
Ärzte raten zu der Untersuchung vor allem ...
- Schwangeren ab 35 Jahren (sogenannten Spätgebärenden) und
- Frauen, bei denen eine familiäre Veranlagung für Chromosomenfehler vorliegt
Diese beiden Gruppen haben statistisch gesehen ein erhöhtes Risiko für ein Baby mit einem genetischen Defekt oder einer Fehlbildung. Bei einer Schwangeren im Alter von 30 Jahren liegt zum Beispiel das Risiko, ein Kind mit Trisomie 21 zur Welt zu bringen, bei 1:900 – bei einer 35-Jährigen bei 1:350. Das Risiko steigt also mit zunehmendem Alter steil an.
Gehören Sie zu einer der genannten Risikogruppen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Nackenfaltenmessung. Sie haben aber auch das Recht, die Untersuchung abzulehnen – trotz ärztlicher Empfehlung. Zum Beispiel wenn Sie sich sicher sind, dass Sie das Kind auf jeden Fall (eventuell auch mit einer Behinderung) zur Welt bringen möchten.
Darüber hinaus können Sie sich freiwillig für die Untersuchung entscheiden, wenn Sie das Risiko für eine Chromosomen-Abweichung bei Ihrem Baby kennen möchten. In dem Fall tragen Sie die Kosten selbst – es sei denn, Sie haben eine Krankenzusatzversicherung abgeschlossen, die dafür aufkommt. Besprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, ob eine Nackenfaltenmessung in Ihrem Fall sinnvoll ist.