Mögliche Probleme nach der Weisheitszahn-OP
Nach der OP treten bei den meisten Patienten ziehende Schmerzen und Schwellungen im Gesicht auf – das ist völlig normal. Es gibt kaum jemanden, der keine Schmerzen nach der Weisheitszahn-OP hat. Ihr Zahnarzt wird Ihnen ein Schmerzmittel für die ersten Tage verschreiben. Je nachdem, wie kompliziert die OP war und wie viele Zähne der Chirurg gleichzeitig entfernt hat, sind die Beschwerden von Patient zu Patient verschieden.
Die Schmerzen treten häufig nicht nur um die Wunde herum auf, sondern strahlen weiter aus. Daher leiden Patienten eventuell auch unter:
- Kopfschmerzen
- Ohrenschmerzen und eingeschränktem Hörvermögen
- Halsschmerzen
- Schluckbeschwerden
- Nasenbluten
- Kieferklemme (der Mund kann nur wenig oder unter Schmerzen geöffnet werden, häufig nach der gleichzeitigen Entfernung von allen vier Weisheitszähnen)
- „Weißes Zahnfleisch“ bzw. weißlichen Belägen auf der Wunde aus Eiweiß-Fibrin, die die Wunde verschließen
- Loses Zahnfleisch am Backenzahn
Nach wenigen Tagen klingen die Schmerzen und Beschwerden wieder ab. Selbst etwas loses Zahnfleisch verwächst sich mit der Zeit. Haben Sie auch nach mehreren Tagen noch pochende Schmerzen an der operierten Stelle oder treten starke Nachblutungen auf, wenden Sie sich an Ihren Zahnarzt.
Beachten Sie diese Tipps nach der OP
Achten Sie in den ersten Tagen nach der Weisheitszahn-OP besonders auf Mundhygiene und halten Sie sich an diese Regeln:
- Verhalten Sie sich zwei bis drei Tage ruhig, vermeiden Sie körperliche Anstrengungen wie Sport, damit die OP-Naht nicht aufgeht und es zu Blutungen kommt.
- Schlafen Sie in den ersten Nächten mit etwas erhöhtem Oberkörper, damit die Schwellungen besser abklingen.
- Trinken Sie mindestens vier Tage nach der OP keinen Alkohol.
- Verzichten Sie mindestens 24 Stunden lang auf Zigaretten, da der Tabak die Wundheilung verzögert.
- Gehen Sie nicht in die Sauna und nehmen Sie kein Vollbad, denn die Wärme kann zu Blutungen der Wunde führen.
- Kühlen Sie die Schwellungen im Gesicht schon direkt nach der OP mit einem feuchten Waschlappen oder einem Kühlpack.
- Verwenden Sie zum Zähneputzen nach der OP eine weiche Zahnbürste mit einem kurzen Bürstenkopf, um die Wunden gut zu umgehen.
Gut zu wissen: In seltenen Fällen kann es zwei bis sechs Wochen nach der Weisheitszahn-OP zu einer sogenannten Spätinfektion, einer erneuten Zahnentzündung, kommen. Die Ursache ist häufig unzureichende Mundhygiene nach der OP.
Wie lange ist man krank nach der OP?
Am Tag der Weisheitszahn-OP sind Sie in der Regel nicht in der Lage, zu arbeiten. Wenn Sie am darauf folgenden Tag zur Nachsorge gehen, erhalten Sie bei Bedarf eine weitere Krankschreibung von Ihrem Zahnarzt. Im Durchschnitt sind Patienten nach einer Zahn-OP zwischen drei und sieben Tagen krankgeschrieben.
Was darf man essen und trinken nach der OP?
Fangen Sie erst zu essen und zu trinken an, wenn die Betäubung abgeklungen ist – etwa zwei bis drei Stunden nach der Weisheitszahn-OP. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie sich selbst verletzen.
- Verzichten Sie ein paar Tage lang auf harte, krümelige Speisen.
- Essen Sie stattdessen klare oder passierte Suppen, püriertes Gemüse, weichgekochten Reis und Rührei.
- Achten Sie darauf, dass die Speisen und Getränke nicht zu heiß oder scharf sind.
- Vermeiden Sie Milchprodukte wie Joghurt und Käse, da die Milchsäurebakterien Entzündungen verursachen können. Milchersatzprodukte wie Mandelmilch und Soja-Joghurt können Sie dagegen ruhig essen.
- Trinken Sie stilles Wasser oder lauwarmen Kamillentee.
Welche Mundspülung hilft nach der Weisheitszahn-OP?
Spülen Sie Ihren Mund zunächst nur mit Wasser, um Speisereste zu entfernen. Gerade wenn Sie Ihren Mund noch schwer öffnen können, ist das zunächst eine gute Alternative zum Zähneputzen. 48 Stunden nach der OP können Sie auch eine Mundspülung mit Chlorhexidin-Gehalt verwenden. Da sie Alkohol enthält, sollten Sie sie nicht sofort nach der OP benutzen. Die antibakterielle Mundspülung hilft, die Schmerzen etwas zu lindern.