Was ist eine Parododontosebehandlung?
Mit einer Parodontosebehandlung versucht Ihr Zahnarzt, die Erkrankung des Zahnhalte-Apparates zu kontrollieren und möglichst die betroffenen Zähne zu erhalten. Zum Zahnhalte-Apparat zählen das Zahnfleisch, das Wurzelzement, die Zahnfächer im Kieferknochen und die Wurzelhaut.
Die Behandlung einer Parodontitis besteht aus mehreren aufeinander folgenden Behandlungsschritten.
Zunächst wird Ihr Zahnarzt die Anamnese erheben, Sie untersuchen und Röntgenaufnahmen anfertigen. Danach wird der Antrag an Ihre Krankenkasse vorbereitet. In einem Aufklärungs- und Therapiegespräch wird er sie dann individuell aufklären zur geplanten Therapie, Ihren persönlichen Risiken und gesundheitsbewusstem Verhalten. Es folgt ein Gespräch zur Aufklärung mit Hinweisen, wie Sie Ihre Mundhygiene verbessern können – dies wird häufig von einer dafür spezialisierten Mitarbeiterin der Praxis durchgeführt, etwa einer Dentalhygienikerin.
Nach Genehmigung des Antrags kommt der nächste Behandlungsschritt. In allen Zahnfleischtaschen, die tiefer sind als 4 mm, entfernt der Zahnarzt dann weiche und harte Beläge. Danach werden Sie erneut untersucht, um festzustellen, ob weitere Behandlungsschritte erforderlich sind.
Sollte Ihr Zahnarzt eine chirurgische Behandlung von Zahnfleischtaschen mit mindestens einer Tiefe von 6 mm für erforderlich halten, muss dies zunächst bei der Krankenkasse beantragt werden – für jeden betroffenen Zahn einzeln. Danach kann dieser Behandlungsschritt erfolgen.
Für 2 Jahre nach der Parodontitisbehandlung haben Sie Anspruch auf die sogenannte strukturierte Nachsorge (UPT). Dazu gehört dann – je nach Erkrankungszustand ein- bis dreimal pro Jahr eine Mundhygienesitzung mit der Entfernung aller harten und weichen Beläge. Dies Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
Selbst bezahlen müssen Sie aber chirurgische Maßnahmen etwa zur Widerherstellung von Knochen oder zur Zahnfleischbedeckung freiliegender Zahnhälse. Auch die Kosten für moderne Methoden wie das 3-D-Röntgen, Biomarker-Tests, eine Laser-Behandlung und eine lokale Antibiotika-Behandlung übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung nicht.
Schließlich gibt es auch keine Leistungen der gesetzlichen Kassen für alle Erkrankungen, die mit Implantaten im Zusammenhang stehen - etwa Entzündungen an Zahnfleisch und Kieferknochen (Peri-implantitis).
Was wird bei einer Parodontosebehandlung gemacht?
Vor Beginn einer Parodontosebehandlung müssen zunächst Zahnbeläge und Bakterien auch aus den Zahnfleischtaschen entfernt werden. Dafür glättet der Zahnarzt die Oberflächen der Zähne mit Taschen über 4mm bis hin zur Zahnwurzel. So kann sich das Zahnfleisch wieder an die gereinigten Zähne anlegen und die Bakterien finden keinen Nährboden mehr. Je nachdem, wie weit fortgeschritten eine Parodontitis ist, kommen dafür verschiedene Behandlungsmethoden infrage:
Geschlossene Parodontosebehandlung
Stellt Ihr Zahnarzt eine Parodontitis bei Ihnen fest, führt er zunächst eine geschlossene Behandlung durch. Mit einer sogenannten Kürette, einem chirurgischen Handinstrument, oder einem Ultraschallgerät reinigt er die Oberflächen von Zahn und Wurzel mechanisch. Dabei entfernt er Beläge und Zahnstein unterhalb des Zahnfleischrands, an den Zahnhälsen und Zahnwurzeln.
Ist eine Parodontosebehandlung schmerzhaft?
So eine Behandlung findet in der Regel mit lokaler Betäubung statt. Da der Zahnarzt bis zur Oberfläche der Zahnwurzel vordringen muss, erhalten Sie eine Betäubungsspritze an den entsprechenden Stellen. So spüren Sie keine Schmerzen während der Behandlung.
Offene Parodontosebehandlung
Ist die Parodontose schon weit fortgeschritten oder war die geschlossene Behandlung nicht erfolgreich, nimmt der Zahnarzt eine offene Behandlung oder Kürettage vor. Bei diesem operativen Eingriff öffnet er zunächst das Zahnfleisch und klappt es nach außen. So erreicht er die tiefen Zahnfleisch-Taschen und die Zahnwurzel-Oberflächen besser und kann sie gründlich reinigen. So lässt sich eine fortgeschrittene Parodontose aufhalten, wenn auch nicht heilen.
Nach der OP vernäht der Zahnarzt das Zahnfleisch, das sich dann wieder an die glatten Zahnflächen anlegt. Auch diese Behandlung führt er unter örtlicher Betäubung aus. Auf Wunsch behandeln Sie viele Zahnärzte auch unter Sedierung – dabei befinden Sie sich während der OP in einem Dämmerschlaf. So eine Methode muss der Patient privat bezahlen.
Parodontosebehandlung mit Laser
Zusätzlich zu den konventionellen Behandlungen bei Parodontose setzen Zahnärzte auch Laser ein, um die Zahnfleisch-Taschen zu reinigen. Diese schonende Behandlung bietet sich bei Taschen mit einer mittleren Tiefe von etwa vier bis fünf Millimetern an. Die Kosten für eine Parodontitisbehandlung mit Laser übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen jedoch nicht.
Parodontosebehandlung mit Antibiotika
Bei einer besonders schweren Entzündung des Zahnbetts kann Ihr Zahnarzt begleitend eine Behandlung mit Antibiotika verordnen. Diese trägt er als Gel direkt in der Zahnfleischtasche auf oder Sie müssen das Medikament in Tablettenform einnehmen. Eine Behandlung nur mit Antibiotika ist allerdings nicht sinnvoll. Nur wenn Ihr Zahnarzt die Ursachen der Parodontose bekämpft, stellt sich auf Dauer eine Besserung ein. Die lokale Behandlung wird von den gesetzlichen Versicherungen zumeist nicht übernommen.