„Was hast du gesagt?“ Für viele Menschen mit Schwerhörigkeit zählt diese Frage zum Alltag. Dabei ist es egal, ob diese Beeinträchtigung angeboren oder „erworben“ wurde – mit einem Hörgerät lässt sie sich oft beheben oder zumindest mindern. Welche Arten von Hörgeräten es gibt und für wen sie sich eignen, lesen Sie in diesem Ratgeber.
So unterscheiden sich verschiedene Arten von Hörgeräten
Die meisten Hörhilfen lassen sich in zwei Arten unterteilen:
- Hörgeräte, die Sie im Ohr tragen
- Hörgeräte, die hinter dem Ohr sitzen
Diese beiden Varianten untergliedern sich weiter nach Bauform, Leistung und Technologie. Bei der Bauform beispielsweise in offene und geschlossene Versorgung. Und bei der Technologie in digitale und analoge Geräte – allerdings zählen fast alle neueren Varianten zu den digitalen Modellen.
Falls weder Hörgeräte hinter dem Ohr noch im Ohr zu Ihnen passen, gibt es weitere Spezialvarianten. Dazu zählen beispielsweise Cochlea-Implantate. Alle Details zu den einzelnen Arten von Hörgeräten lesen Sie weiter unten.
Hörtest & Co. – so bekommen Sie ein passendes Hörsystem
Um das richtige Hörgerät zu finden, führen Sie zunächst einen Hörtest beim HNO-Arzt oder einem entsprechenden Akustiker durch. So kann der Experte ermitteln, wie schwergradig Ihre Beeinträchtigung ist. Er wertet die Hörtest-Ergebnisse im Vergleich zu den Normalwerten aus, und berät Sie zu den nächsten Schritten.
Übrigens: Auch wenn man ein höherwertiges Hörgerät wünscht, aber auf den GKV-Zuschuss nicht verzichten möchte, ist eine Verordnung vom HNO-Arzt vonnöten.
Gut zu wissen: Verschiedene Hörgeräte-Hersteller bieten auch kostenlose Online-Hörtests an. Der Nachteil: Umgebungsgeräusche beeinflussen möglicherweise Ihre Ergebnisse. Außerdem fehlt die individuelle Beratung durch den Experten.
Waren Sie bei einem HNO-Arzt, wenden Sie sich mit dessen Empfehlungen an einen Hörgeräte-Akustiker. Dieser schlägt Ihnen ein Hörgerät vor, das Sie anschließend für einen bestimmten Zeitraum Probetragen. Meist können Sie die Hörhilfe für ein bis zwei Wochen testen. Das ist auch deswegen wichtig, weil die Gewöhnungszeit an ein Hörgerät relativ lang ist.
Ihr Akustiker gibt Ihnen Tipps, worauf Sie dabei achten sollten – zum Beispiel, wie Sie Gespräche wahrnehmen. Hilfreich ist auch ein Tagebuch, in dem Sie Ihre Erfahrungen mit dem Hörgerät notieren.
Hier können Sie Hörgeräte kaufen
Sie erhalten verschiedene Arten von Hörgeräten in spezialisierten Fachgeschäften oder beim Hörakustiker. Sie können Hörgeräte auch online kaufen – allerdings raten Experten davon ab. Der Grund: Die angebotenen Modelle sind oft von geringer bis mäßiger Qualität. Außerdem sind Sie oft zusätzlich noch auf die Beratung eines Akustikers angewiesen, um das System entsprechend Ihrer Bedürfnisse einzustellen.
Mögliche Nebenwirkungen von Hörgeräten
Während der Eingewöhnungsphase können durch Ihr Hörgerät Nebenwirkungen entstehen –beispielsweise:
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Juckreiz
- Nebengeräusche
- Ohrenschmerzen
- allergische Reaktionen
Normalerweise verschwinden diese Symptome jedoch nach der kurzen Eingewöhnungszeit wieder. Die Vorteile der Hörsysteme überwiegen daher eindeutig. Zumal einige Studien festgestellt haben, dass Hörgeräte präventiv gegen Demenz helfen können.