Wenn es um die Fütterungsmethode geht, sind viele Hundehalter verunsichert. Denn der Markt bietet sehr viele Optionen rund um die Hunde-Ernährung. Wir stellen Ihnen im Folgenden verschiedene Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Dann können Sie selbst entscheiden, welche für Ihren Vierbeiner die beste ist.
Hundefutter selber machen
Sie kaufen alle Zutaten ein und bereiten jede Mahlzeit für Ihren Vierbeiner selbst zu.
Die Vorteile
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Sie haben die Ernährung Ihres Vierbeiners genau im Blick, wenn Sie alle Lebensmittel frisch einkaufen und für Ihren Hund kochen.
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Sie kennen die Bedürfnisse Ihres Hundes am besten und wissen, was ihm schmeckt und was er verträgt – so können Sie sein Futter genau darauf abstimmen.
Die Nachteile
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Sie müssen die Inhaltsstoffe aller Zutaten kennen, damit Sie Ihren Hund ausgewogen ernähren und er keinen Mangel an Spurenelementen oder Vitaminen hat. Bedenken Sie: Beim Kochen gehen 15 bis 30 Prozent der Vitamine verloren.
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Es ist zeitaufwändig und teuer, gesundes Hundefutter frisch zuzubereiten.
BARFen beim Hund
Der Begriff BARF stand früher für „Bones and Raw Food“ (auf Deutsch: „Knochen und rohes Futter“) und wird heute mit „Biologisch artgerechte Rohfütterung“ wiedergegeben. Damit wird eine Art der Hunde-Ernährung bezeichnet, bei der rohes Fleisch und Knochen im Mittelpunkt stehen. Viele Halter sind überzeugt, dass diese Ernährungsweise besonders natürlich und artgerecht ist, da sie der von Wölfen und Wildhunden entspricht. Häufig reichern sie das Futter zusätzlich mit Obst und Gemüse an, damit sich das Tier ausgewogen ernährt.
Die Vorteile
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Beim BARFen als Fütterungsmethode suchen Sie sich alle einzelnen Zutaten aus – so wie Sie es machen, wenn Sie selber kochen.
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Es gehen keine Nährstoffe verloren, da Ihr Vierbeiner das Fleisch roh verzehrt.
Die Nachteile
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Diese Art der Hunde-Ernährung erfordert einen gewissen Zeitaufwand: Sie müssen für jede Mahlzeit eine entsprechende Menge an Fleisch auftauen und portionieren sowie Obst und Gemüse für den Hund klein schneiden.
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Sie sollten genau wissen, welche und wie viele Nährstoffe Ihr Vierbeiner braucht.
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Auf dem rohen Fleisch können Keime überleben. Wenn Ihr Hund diese aufnimmt, besteht die Gefahr, dass er krank wird. Der Grund: Hunde, die heute leben, unterscheiden sich deutlich von Wölfen und Wildhunden. Ihr Magen ist nicht so robust wie der ihrer Vorfahren und wilden Verwandten. Auch wenn er nicht sofort krank wird, kann das Immunsystem Ihres Vierbeiners durch den ständigen Kontakt mit Keimen langfristig geschwächt werden.
Wichtig: Zerkleinern Sie rohes Fleisch immer, bevor Sie es Ihrem Hund zu fressen geben. Verschlingt das Tier große Stücke, nimmt es gleichzeitig viel Luft auf. Damit steigt das Risiko einer Magendrehung beim Hund.
Fertiges Nassfutter für den Hund
Als Nassfutter gilt das klassische Dosenfutter mit einem Flüssigkeitsgehalt zwischen 60 und 84 Prozent. Es enthält meist Fleischstückchen in Sauce bzw. in Gelee.
Die Vorteile
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Eine Dose Nassfutter ist in der Regel ein Alleinfuttermittel, das alle Nährstoffe enthält, die ein Tier braucht.
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Bei der Herstellung werden die Zutaten erhitzt, sodass Keime absterben. Deshalb können Sie im Normalfall davon ausgehen, ein sicheres Futter für Ihren Hund zu kaufen.
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Zudem finden Hunde Futter mit hohem Feuchtigkeitsgehalt oft schmackhafter als Trockenfutter.
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Nassfutter eignet sich somit gerade für Tiere, die grundsätzlich wenig Wasser trinken.
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Es ist leicht verdaulich und Hunde mit Zahnproblemen sowie ältere Tiere vertragen es besser als andere Varianten.
Die Nachteile
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Die Qualität von fertigem Nassfutter schwankt stark – manche Hersteller fügen Füllstoffe wie Mais und Zucker hinzu, die einer artgerechten Hunde-Ernährung nicht entsprechen.
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Nassfutter verdirbt relativ schnell, sobald eine Dose geöffnet ist, und muss schnell aufgebraucht werden.
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Die Dosen benötigen jede Menge Lagerfläche und produzieren viel Verpackungsmüll.
Trockenfutter für den Hund
Mit Trockenfutter sind getrocknete Futterpellets gemeint, die in unterschiedlichen Verfahren industriell hergestellt werden. Bei den meisten Trockenfuttersorten auf dem Markt handelt es sich um extrudiertes Hundefutter. Das bedeutet: Für das Alleinfutter werden Inhaltsstoffe wie Tier- und Getreidemehl auf bis zu 200 °C erhitzt, mit Druck durch eine Düse gepresst und in Pellets zerteilt. Anschließend müssen die Pellets noch trocknen. Da bei der Herstellung Vitamine und Mineralien verloren gehen, werden diese zum Schluss wieder zugesetzt.
Eine Alternative dazu ist kaltgepresstes Hundefutter. Dafür werden die Einzelfuttermittel wie Karotten und Broccoli zunächst schonend dampfgegart. Fleisch wird erhitzt, um die Keime abzutöten. Anschließend werden die Zutaten gemischt und getrocknet. Schließlich kommen die Inhaltsstoffe in eine Kaltpress-Anlage, werden auf maximal 60 °C erhitzt und unter Druck zu Pellets geformt. Aus diesem Grund gilt kaltgepresstes Futter als gesünder als extrudiertes, da wertvolle Nährstoffe bei der Herstellung erhalten bleiben.
Vorteile
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Trockenfutter ist ein Alleinfuttermittel, lange haltbar und braucht wenig Platz.
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Die gleiche Menge Trockenfutter enthält mehr Energie als Nassfutter oder rohes Fleisch zum BARFen.
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Je nach Inhaltsstoffen und Marke kann es günstiger in der Anschaffung als zum Beispiel Nassfutter sein, da Sie insgesamt weniger Futter für Ihren Vierbeiner benötigen.
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Es ist geruchsarm und leicht zu dosieren – um den Napf herum bleibt es vergleichsweise sauber und Reste können Sie leicht auffegen.
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Trockenfutter ist auch gut für die Zahngesundheit Ihres Hundes. Wenn er an den Pellets knabbert, reibt er auch Zahnbeläge ab und es entsteht weniger Zahnstein.
Nachteile
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Trockenfutter hat lediglich einen Feuchtigkeitsgehalt von drei bis zwölf Prozent. Hunde, die vor allem Futterpellets fressen, müssen viel trinken, um über den Tag ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen. Sonst können sie Nierenprobleme bekommen.
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Durch den hohen Energiegehalt fressen Hunde mit gutem Appetit unter Umständen zu viel davon, da bei ihnen das Sättigungsgefühl sehr spät eintritt. Die Folge kann Übergewicht sein.
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Futterpellets quellen im Magen auf – das kann zu Koliken, Übelkeit und Erbrechen führen. Bei größeren Hunden besteht die Gefahr einer Magendrehung.
Denken Sie daran: Trockenfutter enthält einen höheren Energiegehalt als Nassfutter. Deshalb sollte die Portion Trockenfutter etwa 3,5-mal kleiner sein als Nassfutter.
Mischfütterung für den Hund
Bei gesunden Hunden spricht nichts dagegen, feuchte und trockene Nahrung zu mischen. Auch wenn Sie täglich für Ihren Hund kochen, brauchen Sie zum Beispiel im Urlaub auch mal eine einfachere Futter-Alternative. Dann ist es leichter, wenn er sich vorher schon an das Trockenfutter gewöhnt hat und sein Körper darauf vorbereitet ist. Behalten Sie bei der Hunde-Ernährung immer den Nährstoffbedarf und das Gewicht Ihres Vierbeiners im Blick.
Wenn Sie sich für eine Mischfütterung entscheiden, müssen Sie nicht beide Futterarten gleichzeitig anbieten. Sie können Ihrem Hund zum Beispiel morgens eine Portion Nassfutter und abends eine Portion Trockenfutter geben. Um ihn an neues Futter zu gewöhnen, führen Sie es am besten schrittweise ein.
Mehr zur Futterumstellung lesen weiter unten im Ratgeber.