Hinter Erbrechen stecken häufig harmlose Auslöser wie Haarballen oder ein gereizter Magen - es kommen aber auch Erkrankungen oder Vergiftungen infrage. Häufige Ursachen sind Magen-Darm-Reizungen/Entzündungen, Haarballen, Parasiten, Futtermittelunverträglichkeiten, Infektionen und giftige Substanzen. Ein Befall mit Parasiten wie Würmern kann den Darm reizen und neben Erbrechen auch Durchfall, Gewichtsverlust oder ein verändertes Allgemeinbefinden verursachen.
Seltener sind Ursachen außerhalb des Magen-Darm-Trakts beteiligt (z. B. Stoffwechsel- oder neurologische Erkrankungen). Verdächtig ist das vor allem, wenn zusätzlich Fieber, deutliche Mattigkeit, Gewichtsverlust, auffälliges Trinken oder Verhaltensänderungen auftreten.
Alltagsauslöser sind oft gut erkennbar: verdorbenes Futter, sehr kaltes Futter, hastiges Schlingen oder „zu viel auf einmal“ führen häufig dazu, dass Futter kurz nach der Mahlzeit wieder herauskommt.
Unverträgliches Futter und Futterumstellungen
Ein plötzlicher Futterwechsel belastet den Verdauungstrakt und kann den Magen-Darm-Trakt reizen. Typisch ist Erbrechen innerhalb von 1-2 Tagen nach einer abrupten Umstellung oder nach ungewöhnlichen „Extras“ (Leckerli, Tischreste).
Wenn Ihre Katze sehr schnell frisst, kommt es manchmal kurz danach zum Wiederhochwürgen oder Erbrechen von unverdautem Futter. Wenn Ihre Katze danach fit ist und es bei einem Vorfall bleibt, spricht das oft für „zu schnell/zu viel“.
Stellen Sie Futter schrittweise um (über mehrere Tage). So erkennen Sie leichter, ob Ihre Katze unter einer Futtermittelunverträglichkeit leidet.
Haarballen, Fremdkörper und Katzengras
Beim Putzen schlucken Katzen Haare - Haarballen werden dann gelegentlich hochgewürgt. Das passiert meist ohne starken Krankheitsausdruck und endet oft nach einem einzelnen „Würgen“.
Kritisch sind Fremdkörper wie Schnüre, Plastik oder Spielzeugteile. Verdächtig sind wiederholtes Erbrechen, sichtbares Unwohlsein, Bauchschmerzen oder wenn Ihre Katze immer wieder würgt, aber kaum etwas herauskommt.
Katzengras wird von vielen Halterinnen und Haltern genutzt, um das Ausscheiden bzw. den Abgang von Haarballen zu erleichtern oder ihrer Bildung entgegenzuwirken. Wenn Ihre Katze nach Katzengras regelmäßig erbricht, reduzieren Sie das Angebot und lassen Sie die Ursache in der Praxis abklären.
Vergiftungen und giftige Substanzen
Bestimmte Pflanzen und Lebensmittel sind für Katzen giftig - dazu zählen z. B. Lilien, Zwiebeln, Schokolade, Knoblauch/Lauch, Weintrauben/Rosinen, Xylit und viele Medikamente sind häufige Ursachen. Bei einer Vergiftung ist Erbrechen oft stark und kann mit Speicheln, Zittern, Schwäche oder Atemproblemen einhergehen.
Wenn Sie eine Vergiftung vermuten: Sichern Sie mögliche Giftquellen und suchen Sie sofort Tierarzt/Notdienst auf und nehmen Sie - wenn möglich - Verpackung, Pflanzenreste oder eine genaue Bezeichnung des Stoffes mit.
Organische Erkrankungen (Leber, Niere, Schilddrüse)
Wiederkehrendes oder chronisches Erbrechen hat manchmal organische Ursachen, etwa Nierenerkrankungen, eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Lebererkrankungen.
Achten Sie auf Muster wie Appetitverlust, deutlich mehr Trinken, Gewichtsverlust oder anhaltende Schlappheit. Diese Kombination gehört in die tierärztliche Diagnostik.
Hinweis: Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist der Appetit häufig gesteigert. Appetitverlust ist eher typisch bei z. B. Erkrankungen der Nieren oder Leber (kann aber individuell variieren).
Bei älteren Katzen gilt: Häufiges Erbrechen sollte zeitnah abgeklärt werden, damit behandelbare Ursachen früh erkannt werden.