Zahnfleischentzündung (auch Gingivitis)
Wie auch beim Menschen ist Zahnstein häufig der Auslöser für eine Zahnfleischentzündung bei Katzen. Futterreste zwischen den Zähnen bilden einen klebrigen Biofilm, auch Plaque genannt. Nach wenigen Tagen verbindet sich die Plaque mit den Mineralien aus dem Speichel und wird hart: Es bildet sich gelb-brauner Zahnstein. Darin können sich Bakterien ansiedeln, die Entzündungen am Zahnfleisch verursachen.
Unbehandelt kann sich eine Entzündung vom Zahnhals über die Wurzel bis hin zum Kieferknochen ausbreiten. Die Folge: eine schmerzhafte Parodontitis. Dabei ist das Zahnbett, in dem die Wurzeln sitzen, entzündet: Mit der Zeit bildet sich der Kieferknochen zurück, die Zähne lockern sich und können ausfallen.
Eine Zahnfleischentzündung bei Katzen erkennen Sie relativ leicht. Sie macht sich bemerkbar durch:
- starken Mundgeruch
- verstärkten Speichelfluss
- Schluckbeschwerden
- gelbe oder bräunlich verfärbte Zähne
- festen Zahnbelag vor allem an den Backenzähnen
- gerötetes Zahnfleisch
- freiliegende Zahnhälse
- blutigen Speichel
- lockere Zähne
Spätestens bei diesen Symptomen sollten Sie dringend Ihren Tierarzt aufsuchen, um Ihrer Fellnase zu helfen. Schlechte Zähne bei Ihrer Katze wirken sich negativ auf die allgemeine Gesundheit des Haustiers aus. Bakterien, die sich im Bereich des Zahnsteins ansiedeln, können über die Blutbahn auch Herz oder Nieren erreichen und schädigen.
Zahnschmerzen bei einer Katze erkennen
Möglicherweise hat Ihre Katze auch Schmerzen. Doch wie ihre wilden Ahnen leiden Stubentiger meist still und lassen sich lange nicht anmerken, dass ihnen etwas fehlt. Deshalb gibt es keine eindeutigen Symptome für Zahnschmerzen bei Katzen.
Achten Sie aber darauf, ob sich Ihre Mieze anders verhält als sonst. Zeigt Sie zum Beispiel diese Verhaltensänderungen, könnte das ein Hinweis dafür sein, dass sie Zahnschmerzen hat:
- Die Katze lässt plötzlich Ihr Futter fallen und schreit beim Fressen auf.
- Sie frisst weniger oder hat gar keine Lust mehr dazu.
- Sie lässt sich nicht mehr von Ihnen ins Maul schauen.
- Sie verweigert Trockenfutter und lässt Kau-Snacks liegen.
- Sie hält den Kopf schief.
- Sie fährt sich mit der Pfote über den Kiefer oder streicht mit dem Kopf an Möbeln entlang.
Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Katze eine Entzündung im Maul oder Zahnschmerzen hat, suchen Sie unbedingt einen Tierarzt auf. Nur er kann feststellen, was Ihrem Stubentiger fehlt, und ihn schnell behandeln. Auch Zahnstein kann nur der Tierarzt entfernen. Übrigens: Eine Zahnbehandlung ist für Ihre Fellnase schmerzfrei, da sie eine Narkose erhält.
Besonderheit bei Katzen: die Autoimmunkrankheit FORL
Etwa 40 Prozent aller Katzen sollen laut Studien von der Katzenkrankheit FORL betroffen sein. FORL steht für „Feline odontoklastische resorptive Läsionen“. Dabei lösen körpereigene Zellen die Zahnhartsubstanz an den Wurzeln oder Zahnhälsen nach und nach auf. Die Folge sind splitternde Zähne mit scharfen Kanten, an denen sich die Katzen häufig selbst verletzen. Diese Stellen können sich entzünden und sind sehr schmerzhaft.
Die Krankheit ist noch wenig erforscht und wurde früher als Katzen-Karies bezeichnet. Anders als Karies wird FORL jedoch nicht durch Bakterien ausgelöst. Es handelt sich wohl um eine Autoimmunerkrankung, die vor allem ältere Tiere bekommen. Verschiedene Rassen wie Siamesen, Abessiner oder Perser sind anfälliger dafür und können auch schon in jüngeren Jahren darunter leiden.