Grundsätzlich gilt: Je früher Sie eine Kieferhöhlenentzündung behandeln lassen, umso schneller und besser ist der Heilungsverlauf. Suchen Sie deshalb am besten schon bei den ersten Symptomen einen Arzt auf.
In einem Vorgespräch (Anamnese) fragt Ihr Hausarzt oder der HNO-Arzt nach Ihren Beschwerden. Anschließend untersucht er die schmerzende Stelle. Er klopft sie vorsichtig ab und fragt Sie, ob und wann sich die Schmerzen verstärken. Haben Sie auch Zahnschmerzen, wird er prüfen, ob die Zähne schmerzempfindlich reagieren. Anschließend führt er ein sogenanntes Endoskop in die Nase ein, um mögliche Schwellungen oder verschlossene Gänge zu erkennen. Befindet sich Eiter in den Kieferhöhlen, nimmt er möglicherweise einen Abstrich, um den Erreger zu ermitteln.
Vermutet der Arzt die Ursache für die Entzündung bei den Zähnen, schickt er Sie zu Ihrem Zahnarzt. Dieser wird dann Röntgen- oder Ultraschallbilder anfertigen, um sich die Kieferhöhle und die Zahnwurzeln im Oberkiefer näher anzuschauen. So kann er den Entzündungsherd schnell finden.
Akute Kieferhöhlenentzündung behandeln
Je nachdem, welche Ursache dahinter steckt, lässt sich eine Kieferhöhlenentzündung auf verschiedene Arten behandeln. Bei einer akuten Sinusitis maxillaris nach einer Erkältung empfehlen Ärzte verschiedene Medikamente zur Therapie, um die Nasennebenhöhlen wieder besser zu belüften:
- abschwellende Nasensprays, damit die Gänge zwischen Nase und Kieferhöhle frei werden
- schleimlösende Mittel
- entzündungshemmende Mittel
- wenn durch Allergien ausgelöst: Kortisonpräparate
- wenn durch Pilze ausgelöst: Antipilzmittel
- bei eitriger Entzündung, durch Bakterien ausgelöst: Antibiotikum
Chronische Kiefernhöhlenentzündung behandeln
Die oben genannten Mittel helfen auch bei akuten Schüben einer chronischen Kieferhöhlenentzündung. Allerdings können Sie damit nur die Beschwerden lindern. Diese verschwinden aber erst dann dauerhaft, wenn auch die Ursache bekämpft wird.
Wann ist eine OP bei einer Kieferhöhlenentzündung nötig?
Bei einer chronischen Kieferhöhlenentzündung ist häufig eine Operation hilfreich, um die Entzündung in den Griff zu bekommen. Dabei begradigt der Chirurg zum Beispiel eine verkrümmte Nasenscheidewand oder entfernt die Nasenpolypen. Bei Kindern kann es helfen, die Rachenmandeln herauszunehmen. Durch die OP sinkt das Risiko, immer wieder an Entzündungen der Kieferhöhle zu erkranken.
Ist ein Zahn Auslöser für die Sinusitis maxillaris, wird ihn Ihr Zahnarzt behandeln. Dabei kann auch ein chirurgischer Eingriff nötig sein. Dann muss Ihr Zahnarzt zum Beispiel den kompletten Zahn mit der Wurzel oder deren Reste entfernen, die zu der Entzündung geführt haben.
Gut zu wissen: Die private Zahnzusatzversicherung von DA Direkt übernimmt bis zu 100% der Kosten für eine Zahnextraktion unter Vollnarkose oder Sedierung (Dämmerschlaf). Das sind Leistungen, für die Ihre gesetzliche Krankenkasse nicht aufkommt. Diese bezahlt in der Regel nur eine medizinisch notwendige Zahnextraktion unter lokaler Betäubung.