Ladestecker Typ 1
Der Typ-1-Stecker für das Elektroauto ist vor allem in Nordamerika und in Asien verbreitet. Welche Autos haben Typ-1-Stecker? Die Autohersteller Hyundai, Nissan und Ford etwa verkaufen Wagen mit diesem Anschluss. Beim Typ 1 handelt es sich um einen einphasigen Stecker. Öffentliche Ladestationen für den Typ-1-Anschluss sind in Europa kaum zu finden. Deshalb liefern die Hersteller für ihre europäischen Kunden ein Ladekabel mit einem Typ 2-Stecker gleich mit.
Der Typ-1-Stecker verfügt über eine maximale Ladeleistung von 7,4 kW (Kilowatt). Das stellt sich in Deutschland als Nachteil heraus. Der Grund: Das dreiphasige Stromnetz ermöglicht höhere Ladeleistungen von 11 kW bis 43 kW.
Ladestecker Typ 2
Der Typ-2-Stecker für das Elektroauto kommt vor allem in Europa vor. Er wird auch Mennekes-Stecker genannt, nach dem deutschen Unternehmen Mennekes Elektrotechnik, das an dessen Entwicklung beteiligt war. Die Europäische Kommission hat den Steckertyp im Januar 2013 mit der Bezeichnung EN 62196 Typ 2 als Standard in der EU festgelegt. Damit „tanken“ Sie Wechselstrom zum Beispiel an einer Ladesäule. Elektroautos fahren allerdings mit Gleichstrom. Deshalb wandelt ein integrierter Gleichrichter den geladenen Wechselstrom um.
Übrigens: An einer Wallbox zu Hause laden Sie Ihr E-Auto normalerweise mit einer Ladeleistung von bis zu 22 kW. An öffentlichen Ladesäulen mit Ladesteckdose Typ 2 sind sogar Schnellladungen mit bis zu 43 kW Leistung möglich.
Alle großen Autobauer wie Mercedes, VW und Audi stellen Typ-2-Elektroautos mit Typ-2-Ladekabel her. Durch die dreiphasigen Stecker fließt der Strom deutlich schneller als durch einphasige Typ-1-Ladekabel.
Typ 3-Stecker
Ladestecker für E-Autos vom Typ 3 entstanden parallel zum Typ-2-Stecker. Davon gibt es zwei Varianten: den Typ 3A für einphasige Ladung bis 7,4 kW und den Typ 3C für dreiphasige Ladung bis 43 kW Ladestrom. Typ-3-Stecker zeichneten sich durch eine integrierte Schutzklappe mit einer sogenannten Shutter-Funktion aus. Das bedeutet: Eine direkte Berührung mit stromführenden Teilen ist ausgeschlossen. Mittlerweile sind auch Typ-2-Stecker spannungsfrei und verfügen über einen Sicherheits-Shutter. Diese haben sich inzwischen in Europa als Standard für E-Autos durchgesetzt. Deshalb spielen Typ 3-Stecker heute keine Rolle mehr.
CCS-Stecker oder Combo-Stecker
„CCS“ steht für „Combined Charging System“. Dabei handelt es sich um ein kombiniertes Schnellladesystem, das auch „Combo 2“ genannt wird. Bei einem CCS-Ladekabel ist der Stecker in zwei Bereiche eingeteilt: Der obere Teil entspricht einem Typ-2-Anschluss. Der untere Teil eines Combo-Steckers wird für die Ladung per Gleichstrom verwendet.
Welche Autos haben CCS-Stecker? Die meisten Elektrofahrzeuge in Deutschland verfügen über ein CCS-System. Damit können sie sowohl Gleichstrom als auch Wechselstrom laden.
Die Leistung von CCS-Ladesäulen beträgt 20 bis 350 kW – die Höchstleitung wird jedoch bisher noch von keinem Hersteller unterstützt. Nur wenige Fahrzeugmodelle wie das Model 3 von Tesla und der Porsche Taycan lassen sich mit 150 kW und mehr laden. In der Praxis liegt die Ladeleistung an der CCS-Ladestation bei etwa 50 kW.
Chademo-Stecker
Chademo-Ladestecker für E-Autos stammen aus Japan. Chaedemo ist die Abkürzung von „Charge de Move“. Gleichzeitig bedeutet der Ausdruck auf Japanisch in etwa so viel wie „Wie wär's mit einer Tasse Tee?“ Ein Ladekabel mit Chademo-Stecker ist für die Schnellladung des Autos mit Gleichstrom konzipiert. Dabei lädt es mit einer Leistung von 50 bis 100 kW – abhängig von der Ladestation. Das System hat der Energiekonzern Tepco zusammen mit Toyota, Nissan, Mitsubishi und Subaru entwickelt. Aber auch Fahrzeuge von Citroën, Honda, Mazda und Kia sind mit dem Steckertyp kompatibel. Die E-Mobilitäts-Branche geht allerdings davon aus, dass Chademo vom CCS-Stecker verdrängt wird.
Tesla Supercharger
Mit dem Supercharger hat Tesla einen eigenen Ladestecker entwickelt, der dem Typ-2-Stecker ähnelt. Damit können Sie zum Beispiel das Model S innerhalb von 30 Minuten an einer Tesla-Ladestation bis zu 80 Prozent aufladen – und das bei einer Ladeleistung von 120 kW (Gleichstrom). Bisher ist es nicht möglich, andere Autofabrikate an den Tesla Superchargern zu „betanken“.
Schuko-Stecker
Ihr Elektroauto können Sie über eine normale Steckdose zu Hause oder unterwegs laden. Das geht mit einem Schuko-Stecker – Schuko steht für Schutzkontakt. Dieser passt in jede Haushaltssteckdose (Typ CEE 7/3). Aber Vorsicht: Laden Sie Ihr E-Auto nur im Notfall über Steckdosen zu Hause, denn diese sind nicht für eine hohe Dauerbelastung ausgelegt. Deshalb raten wir dringend davon ab, das E-Auto an der Haushaltssteckdose aufzuladen. Überhitzung und Kabelbrände können die Folge sein.
Sollte es doch einmal nötig sein, Ihr Elektroauto über die Steckdose zu laden, verwenden Sie Ihr Notkabel. Das Ende mit dem Schuko-Stecker passt in jede Steckdose zu Hause, das andere Ende mit dem Typ-2-Stecker schließen Sie an Ihr Elektroauto an. Die In-Kabel-Kontrollbox (auch: ICCB) übernimmt dann die Steuerung und Kommunikation.
CEE-Stecker oder Camping-Stecker
Auch der blaue einphasige CEE-Stecker eignet sich als Ladestecker für E-Autos. Er wird auch Camping-Stecker genannt, da schon vor dem E-Auto Wohnmobile auf Campingplätzen darüber mit Strom versorgt wurden. Anders als der konventionelle Schuko-Stecker kann er dauerhaft mit 3,7 kW belastet werden. Schneller geht das Aufladen mit dem fünfpoligen roten CEE-Stecker (dreiphasig) für Industriesteckdosen. Der kleine Industriestecker (CEE16) erlaubt Ladeleistungen von bis zu 11 kW (400 V, 16 A Anschlusswert), der große (CEE32) bis zu 22 kW (400 V, 32 A Anschlusswert).