Überdrehten Welpen beruhigen: Das können Sie als Hundehalter tun

Das Wichtigste in Kürze

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Viele Welpen finden abends keine Ruhe – stattdessen bekommen sie einen Energieschub und drehen noch einmal richtig auf.
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Wenn ein Welpe überdreht, reichen die möglichen Ursachen von Über- oder Unterforderung über fehlende Routinen bis hin zu Fütterungsfehlern.
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Mit einer konsequenten, liebevollen Erziehung, einer festen Tagesroutine und genügend Ruhezeiten schaffen Sie es, Ihren Welpen zu beruhigen.
Welpe ist überdreht und beißt: Das steckt dahinter
Als Besitzer eines Welpen kennen Sie wahrscheinlich die Situation: Ihr kleiner Liebling jagt wie ein Wirbelwind durch die Wohnung, springt auf die Couch, fetzt um die Möbel herum und reagiert nicht auf Befehle. Irgendwann schnappt er sogar nach Ihren Hosenbeinen und Fingern. Vor allem abends sind Welpen häufig überdreht und kommen einfach nicht zur Ruhe. Woran das liegt und wie Sie Ihren Welpen beruhigen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
Aufgedrehtes Verhalten bei Welpen ist normal
Junge Hunde sind kleine Energiebündel – sie sind neugierig, ungestüm und wollen ihre Umgebung entdecken. Wenn ein Welpe bei Ihnen einzieht, ist alles aufregend und neu für ihn: die Menschen, andere Haustiere, die Wohnung und die Spazierwege. Das kann so einen kleinen Kerl schon mal überfordern. Dann kommt es vor, dass er am Ende des Tages noch einmal richtig aufdreht und herumtollt, bellt und an Gegenständen herumknabbert. Die meisten Hunde werden von ganz alleine ruhiger, wenn sie ausgewachsen sind.
Doch besonders wenn der Welpe abends regelmäßig ausrastet oder nachts spielen will, sind viele Hundehalter mit ihrer Geduld und den Nerven am Ende. Sie fragen sich, wie sie ihrem kleinen Vierbeiner dieses Verhalten schnellstens abgewöhnen können. Um Ihren überdrehten Welpen zu beruhigen, sollten Sie zunächst die Ursachen für sein Verhalten kennen. Mit viel Geduld und Verständnis können Sie Ihrem kleinen Liebling dann auch beibringen, zu entspannen und schneller zur Ruhe zu kommen.
Welpe lässt sich nicht beruhigen: mögliche Ursachen
Wenn ein Welpe überdreht, kann das verschiedene Gründe haben. Zu den häufigsten Ursachen zählen...
- Überforderung: Wirken zu viele Reize auf den Welpen ein, hat er Mühe, diese zu verarbeiten. Sein Gehirn ist noch nicht so weit entwickelt – es kommt mit den unzähligen Geräuschen, Gerüchen und anderen Sinneseindrücken in kurzer Zeit noch nicht klar. Das kann dazu führen, dass der Welpe hyperaktiv und völlig aufgedreht ist.
- Übermüdung: Anstatt sich nach der Reizüberflutung eines ganzen Tages hinzulegen und zu erholen, rastet der Welpe abends aus. Ganz ähnlich wie kleine Kinder, die am Abend keine Ruhe finden, obwohl sie übermüdet und völlig erschöpft sind.
- Unterforderung: Aber auch wenn der Welpe abends noch zu viel Energie hat, weil er körperlich und mental nicht ausgelastet ist, findet er keine Ruhe. Stattdessen bricht sich die Energie Bahn mit der Folge: Der Welpe überdreht und schnappt sogar zu.
- Hunde-Zoomies oder FRAPs (Englisch für „Frenetic Random Activity Period“): Dabei handelt es sich um frenetische, spontane Aktivitätsausbrüche, die bei jedem Hund unabhängig von Alter und Rasse auftreten können. Zoomies sind meist ein Zeichen ungetrübter Lebensfreude, können aber auch auf aufgestaute Energie hinweisen. Dann jagt Ihr Welpe zum Beispiel dem eigenen Schwanz nach und dreht sich dabei wie verrückt im Kreis. Oder er fetzt wie von Sinnen durch die Wohnung und ist kaum zu bändigen. Wenn Ihr Welpe einen unkontrollierten Ausbruch pro Tag hat, ist das völlig normal. Treten Zoomies bei Ihrem Welpen mehrmals am Tag auf, ist er vielleicht nicht genug ausgelastet.
- Fehlende Routinen: Hat Ihr Hund am Abend noch zu viel Energie, kann es sein, dass er keine Tagesroutinen hat, also keine festen Zeiten zum Gassigehen, Essen, Spielen und Ausruhen. Wenn der kleine Vierbeiner nicht weiß, worauf er sich einstellen muss, fühlt er sich meist unsicher. Das kann zu kleinen abendlichen Ausrastern führen.
- Fütterungsfehler: Ist Ihr Welpe nach dem Fressen aufgedreht, kann das auch an falscher Ernährung liegen. Zu viele Kohlenhydrate etwa führen bei manchen Hunden dazu, dass sie unruhig und aufgekratzt sind.
- Zahnwechsel: Beißt der Welpe plötzlich zu, kann das auch am Zahnwechsel liegen. Zwischen dem 3. und 7. Lebensmonat verlieren Hunde ihre Milchzähne und die bleibenden Zähne brechen durch. Dann schmerzt häufig das Zahnfleisch – der kleine Vierbeiner schnappt nach allem, was er kriegen kann, um daran zu kauen. Das lindert seine Schmerzen.
- Krankheit: Häufige unkontrollierte Energieausbrüche können auch ein Zeichen von Krankheit sein. War Ihr Welpe vorher völlig unauffällig oder dauern die Schübe länger an, wenden Sie sich am besten an Ihren Tierarzt und lassen Sie Ihren kleinen Liebling untersuchen.
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Überdrehten Welpen beruhigen: akute Hilfe für den Moment
Ist Ihr Welpe nach dem Gassigehen aufgedreht oder abends kaum zu bändigen, können Sie ihn wie folgt besänftigen:
- Bleiben Sie selbst ruhig und sprechen Sie mit sanfter Stimme zu ihm.
- Streicheln Sie ihn behutsam, wenn er es zulässt.
- Gehen Sie mit ihm eine kleine Runde spazieren in einer ihm bereits vertrauten Umgebung.
- Beißt der Welpe beim Spielen zu, bieten Sie ihm Kauspielzeug an. Wenn er darauf herumkaut, baut er Stress ab und beruhigt sich wieder.
Unser Tipp: Hat Ihr Welpe einen unkontrollierten Energieausbruch, kann er sich auch mal verletzen. Mit der Hundekrankenversicherung von DA Direkt schützen Sie sich vor hohen Tierarztrechnungen. Und sollte Ihr kleiner Vierbeiner einmal bei Freunden herumtoben und dabei etwas zu Bruch gehen, sind Sie mit der Tierhalterhaftpflicht auf der sicheren Seite. Sie kommt für den Schadenersatz bei Dritten auf.
Unsere Tipps: So kommt Ihr Welpe langfristig schneller zur Ruhe
Wenn Sie die Ursache kennen, ist es meist einfacher, einen überdrehten Welpen zu beruhigen. Mit den folgenden Tipps kommt Ihr kleiner Vierbeiner langfristig leichter zur Ruhe – und die kleinen Ausraster halten sich in Grenzen:
- Achten Sie darauf, dass Ihr Welpe ausreichend Schlaf bekommt. Junge Hunde brauchen 18 bis 20 Stunden Schlaf pro Tag, um sich zu erholen und die Eindrücke des Tages zu verarbeiten.
- Für Welpen ist ein ausgewogenes Verhältnis von Aktivität und Ruhe über den Tag verteilt wichtig. Beobachten Sie Ihren Welpen, um zu wissen, was ihm gut tut und was er braucht. Grundsätzlich gilt: Machen Sie nur kurze und weniger Spaziergänge am Anfang, um Ihren Liebling nicht zu überfordern. Sonst kann es passieren, dass der Welpe nach dem Spaziergang besonders aufgedreht ist. Achten Sie auf das Tempo Ihres Welpen und lassen Sie ihm die Zeit, die er braucht, um seine Umgebung zu erkunden. Aber sorgen Sie auch dafür, dass Sie Ihren kleinen Vierbeiner von Anfang an beschäftigen, damit er körperlich und geistig ausgelastet ist.
- Planen Sie feste Ruhezeiten ein. Gönnen Sie Ihrem Welpen nach einem Spiel oder dem Gassigehen immer wieder kleine Auszeiten. Auch wenn es Ihnen schwer fällt, den süßen Welpen nicht zu streicheln oder zu bespaßen – lassen Sie ihn öfter mal völlig in Ruhe. Liegt oder sitzt er ruhig da, gehen Sie nicht zu ihm hin und sprechen sie ihn nicht an. Er kommt in der Regel ganz von selbst wieder zu Ihnen oder macht auf sich aufmerksam, wenn die Ruhephase vorbei ist.
- Sorgen Sie für eine Tagesroutine mit festen Fütterungs-, Gassigeh- und Ruhezeiten. Ihr Welpe kann sich darauf einstellen. Das gibt ihm Sicherheit. Folglich kommt es seltener zu unkontrollierten Energieschüben.
- Geben Sie Ihrem kleinen Vierbeiner spezielles Welpenfutter, das auf die Bedürfnisse von jungen Hunden abgestimmt ist. Es sollte weniger Kohlenhydrate enthalten, denn diese verleihen kleinen Vierbeinern Extra-Energieschübe.
- Führen Sie feste Abendrituale ein, damit Ihr Welpe zur Ruhe kommt. Setzen Sie sich zum Beispiel ruhig mit ihm hin und massieren Sie ihn sanft. Das entspannt ihn und er kann sich von einem ereignisreichen Tag erholen.
- Sorgen Sie selbst für Ruhe. Ihr Welpe orientiert sich gerade zu Beginn stark an Ihnen. Häufig laufen kleine Hunde ihren Besitzern ständig hinterher. Setzen Sie sich daher öfter hin, damit sich Ihr Welpe auch mal ausruht.
Welpenerziehung: damit Ihr kleiner Liebling seltener überdreht
Junge Hunde sind sehr agil und können öfter am Tag plötzliche Energieschübe bekommen. Wenn Sie Ihren Welpen von Anfang an richtig erziehen, sorgen Sie dafür, dass solche Ausbrüche weniger werden. Ihr kleiner Vierbeiner wird mit der Zeit seltener überdrehen. Befolgen Sie diese Tipps bei der Erziehung Ihres Welpen, wenn Sie später einen ausgeglichenen Hund haben möchten, der auf Sie hört:
- Ruhesignal einführen – Bringen Sie Ihrem kleinen Vierbeiner so früh wie möglich ein Ruhesignal bei. Das hilft Ihnen auch, Ihren Welpen zu beruhigen, wenn er abends aufdreht. Sobald sich der Welpe von allein hinlegt und entspannt, sagen Sie deutlich einen Begriff wie „Ruhig“ oder „Calm“ als Signalwort. Am besten unterstützen Sie das erwünschte Verhalten mit einem Leckerli. Wiederholen Sie dies mehrmals am Tag und haben Sie Geduld mit Ihrem Welpen. Nach ein paar Wochen reagiert der Hund auf das Ruhesignal und entspannt sich von ganz allein.
- Entspannungsplatz einrichten – Legen Sie einen festen Ort zur Ruhe und Entspannung in Ihrer Wohnung fest. Das kann sein Körbchen oder Hundebett in einer ruhigen, abgeschirmten Ecke Ihrer Wohnung sein. Achten Sie darauf, dass er dort weder spielt noch tobt, sondern nur entspannt oder schläft. Bringen Sie Ihrem Welpen mit einem einfachen Kommando bei, zu seinem Körbchen zu gehen. Wenn Sie das lange genug mit ihm üben, lernt er, dass hier die Ruhezone ist. Sobald Ihr Welpe abends mal überdreht, schicken Sie ihn dorthin, um sich zu beruhigen. Weitere Tipps, die Ihrem Vierbeiner helfen, zu entspannen, finden Sie auch in einem anderen DA Direkt Ratgeber.
- Richtig spielen – Wenn Sie zu wild und zu lange mit Ihrem Welpen spielen, ist er irgendwann so aufgedreht, dass er anfängt zu beißen und kaum mehr ansprechbar ist. Wechseln Sie deshalb immer wieder zwischen ausgelassenen Zerrspielen und ruhigeren Leckerli-Suchspielen ab. Und ganz wichtig: Legen Sie immer wieder Ruhepausen zwischendurch ein. Fangen Sie ein neues Spiel erst an, wenn sich der Welpe beruhigt hat. Dreht der kleine Vierbeiner beim Spiel durch, dann wissen Sie, dass Sie zu lange und zu intensiv gespielt haben. Mit einem ruhigen Suchspiel bremsen Sie Ihren Welpen dann wieder ein.
- Beißhemmung trainieren – Schnappt der Welpe im Spiel nach Ihren Fingern und beißt zu, zeigen Sie ihm sofort, dass das nicht erwünscht ist: Mit einem empörten Aufschrei wie „Aua“ machen Sie ihm deutlich, dass er zu weit gegangen ist. Gleichzeitig beenden Sie sofort das Spiel und setzen es erst fort, wenn sich der Welpe beruhigt hat. Reicht das akustische Signal allein nicht aus, stupsen Sie den Vierbeiner mit den Fingerkuppen leicht an – natürlich so, dass es ihm nicht weh tut. Das kennt er von seinen Geschwistern, wenn er von ihnen gemaßregelt wurde. Ganz wichtig: Bleiben Sie konsequent bei diesem Verhalten. Dann lernt der Welpe schnell, wann er beißen darf (z. B. beim Spiel mit dem Kauspielzeug) und wann nicht (z. B. bei der Interaktion mit Menschen).
Noch mehr Erziehungstipps für Hunde haben wir in einem weiteren Ratgeber für Sie zusammengestellt.
Häufige Fragen und Antworten zum Thema „Welpen beruhigen“
Ab wann ist ein Hund kein Welpe mehr?
Die Welpenzeit endet zwischen der 16. und 18. Lebenswoche. Aus dem Welpen ist dann ein Junghund geworden.
Wann wird ein Welpe ruhiger?
Darauf gibt es keine pauschale Antwort, die für alle Hunde gilt. Das hängt von der Rasse und vom Temperament des Tiers ab. Heranwachsende Hunde werden in der Regel ab dem Alter von sechs bis zwölf Monaten etwas ruhiger. Die meisten Vierbeiner haben bis dahin gelernt, Energie abzubauen, und werden ausgeglichener.
Was kann ich tun, wenn ein Welpe überdreht?
Versuchen Sie, selbst ruhig und entspannt zu bleiben. Sprechen Sie sanft auf den Welpen ein und streicheln Sie ihn behutsam. Gehen Sie mit ihm zum Beispiel eine Runde um den Block, damit er Energie abbauen kann. Weitere Tipps, um Ihren Welpen zu beruhigen, finden Sie oben im Ratgeber.
Ab wann soll ich den Welpen alleine schlafen lassen?
Auch darauf gibt es keine pauschal eindeutige Antwort. Etwa bis zur 15. Lebenswoche sollten Sie Ihren Welpen niemals alleine lassen. Er ist es noch gewohnt, bei seiner Mutter und seinen Geschwistern Schutz zu suchen und zu schlafen. Wenn er bei Ihnen einzieht, ist es wichtig, dass Sie ihm in seinem neuen Zuhause Sicherheit geben. Beginnen Sie jedoch schon von klein auf, ihm beizubringen, auch mal alleine zu bleiben – zunächst nur für wenige Minuten und dann immer ein wenig länger. Mit der Zeit schläft er auch alleine.
Ab wann darf ein Welpe Gassi gehen?
Zieht ein Welpe im Alter von etwa zehn Wochen bei Ihnen ein, können Sie ab dem ersten Tag mit ihm Gassi gehen. Am Anfang reicht es aus, nur ein paar Schritte vor die Tür zu gehen – aber dafür sollten Sie dies vier- bis fünfmal am Tag wiederholen.
Marlis Reisenauer, 27.01.2026

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