Kurven fahren lernen mit dem Motorrad – Tipps & Basics
Die zwei meistgenutzten Techniken, mit der Biker Biegungen bewältigen, sind das sogenannte Drücken und Legen. Bei Rennen kommt außerdem das Hängen hinzu. Das hat es mit diesen Techniken auf sich:
- Legen
Bei diesem Kurventechnik-Klassiker bilden Fahrer und Maschine eine Linie in Schräglage. Dabei hat Ihr Knie festen Kontakt zum Motorrad, das kurveninnere Knie ist um etwa 2 Zentimeter in Fahrtrichtung versetzt. Dieser Fahrstil ist für alle Arten von Kurven und jedes Tempo geeignet. Besonders praktisch ist die Technik bei längeren Strecken, da Sie entspannt sitzen und nur wenig Kraft brauchen.
- Drücken
Besonders bei unübersichtlichen oder engen Kurven, in denen Sie langsam Motorrad fahren müssen, ist diese Technik sinnvoll. Dabei bleiben Sie fast aufrecht, drücken das Bike zum Inneren der Kurve und von sich weg. So können Sie besonders schnell die Richtung wechseln. Ursprünglich stammt die Technik aus dem Geländesport – auch auf losem Untergrund wie Schotter manövrieren Sie damit ganz easy, wenn Ihr Knie fest am Motorrad anliegt.
- Hängen
Die Methode stammt aus dem Rennsport. Bei dieser Technik verlagern Sie Ihren Schwerpunkt weit nach innen, indem Sie sich zur Kurvenmitte hängen lassen und dabei das kurveninnere Knie abspreizen. Für diese Methode, Kurven mit dem Motorrad zu fahren, ist Üben Pflicht. Außerdem kostet sie Sie viel Kraft und der Biker muss den Streckenverlauf sehr gut kennen. Geeignete Bekleidung mit Schleifpads ist bei dieser Technik dringend angeraten.
Besser Motorrad fahren – weitere Tipps & Techniken für die Kurve
Kurven mit Motorrad hinterschneiden
Beim Hinterschneiden lenken Sie erst spät in die Biegung ein. Dabei fahren Sie mit relativ niedrigem Tempo die Kurve von weit außen an. Dann nähern Sie sich dem Scheitelpunkt einer Kurve. Der Vorteil, wenn Sie mit dem Motorrad Kurven hinterschneiden: Sie bekommen den besten Überblick über Straßenverlauf und Gegenverkehr.
Spitzkehren mit dem Motorrad fahren
Gerade auf Gebirgsstrecken und Passstraßen finden sie sich häufig: Spitzkehren, manchmal wegen ihrer Form auch als Haarnadelkurven genannt. Ihr äußerer Winkel beträgt zwischen 150 und 180 Grad, die Kurve läuft also spitz zu.
Achten Sie vor Fahrantritt darauf, dass Sie Gepäck und anderes Gewicht gleichmäßig über das Bike verteilen und schwerere Gepäckstücke möglichst tief verpacken - Sie wollen ja nicht umkippen und einen möglichst tiefen Schwerpunkt haben. Vor Spitzkehren müssen Sie Ihre Geschwindigkeit noch stärker reduzieren als bei anderen Straßenbiegungen. Wählen Sie außerdem die engst mögliche Fahrlinie in der Kurve, um nicht mit dem Gegenverkehr zu kollidieren.
Tipp: Bei einem Motorrad-Training üben Sie auch das Fahren von Spitzkehren.
Motorrad mit ABS – gut gerüstet in die Kurve
Sie fahren ein Motorrad mit Antiblockiersystem (ABS). Dieser Satz kommt Ihnen wahrscheinlich noch von der Fahrprüfung fürs Bike bekannt vor. Seit 2017 ist ein ABS beim Motorrad gesetzlich vorgeschrieben. Inzwischen gibt es auch ein spezielles Kurven-ABS: Es verhindert selbst in Schräglage, dass Ihre Räder blockieren und sich Ihr Bike aufrichtet.