Dass Fehlstellungen der Kiefer und kranke Zähne Auswirkungen auf den Körper haben, ist längst erwiesen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Krankheiten schlechte oder tote Zähne sowie Fehlstellungen auslösen können.
Auswirkungen von Parodontitis auf den Körper
Bleibt eine akute Zahnfleischentzündung oder eine chronische Parodontitis unbehandelt, steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Bakterien aus dem Mundraum wandern über den Blutkreislauf zum Beispiel zum Herz oder in die Lunge und siedeln sich dort an. Die Folge ist eine Herzklappen- und / oder Lungenentzündung. Im schlimmsten Fall drohen ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt durch Parodontitis.
Diabetes und Zähne
Verschiedene Krankheiten wie Parodontitis und Diabetes mellitus beeinflussen sich gegenseitig. So haben Diabetiker häufiger ein schlechtes Immunsystem, was sie wiederum anfälliger für Entzündungen im Mundraum macht. Sie erkranken etwa dreimal häufiger an Parodontitis als gesunde Menschen. Außerdem wirkt sich eine Zahnfleischerkrankung negativ auf den Blutzuckerspiegel aus, was die Diabeteserkrankung wiederum verschlimmert. Leiden Sie selbst an Diabetes, sind eine gute Zahnpflege und eine regelmäßige Prophylaxe beim Zahnarzt besonders wichtig.
Krank durch Karies: Herzprobleme
Die Auswirkungen von kranken Zähnen auf das Herz haben unter anderem Wissenschaftler aus Südkorea untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass
Karies das Risiko erhöht, an den Herzkranzgefäßen zu erkranken.
In einer groß angelegten Studie beobachteten sie mehr als 200.000 Personen mit und ohne Karies. Dabei fanden sie heraus, dass Menschen die wegen schwerer Karies beim Zahnarzt behandelt wurden, häufiger auch Herzprobleme hatten.
Frühgeburt durch Zahnfleischentzündung
Schwangere Frauen leiden
häufig unter Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Da ihr Gewebe stärker durchblutet ist, steigt das Risiko für Infektionen im Mundraum. Amerikanische Forscher haben einen
Zusammenhang zwischen Zahnfleischentzündungen bzw. Parodontitis und Frühgeburten festgestellt. Die Bakterien, die sich bei einer Entzündung im Mundraum vermehren und in die Blutbahn gelangen, können eine Frühgeburt auslösen. Schwangere Frauen sollten deshalb auch
auf ihre Zahngesundheit achten und Zahnfleischentzündungen möglichst rasch behandeln lassen.
Kranke Zähne und Rheuma
Mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter rheumatischen Erkrankungen – so die
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie. Kranke Zähne haben demnach auch Auswirkungen auf die Gelenke. So kann ein
toter Zahn oder Parodontitis die Ursache für die Autoimmunerkrankung sein. Die Entzündungserreger, die vom Mundraum ausgehen, verteilen sich im Körper und gelangen in die Gelenkflüssigkeit. Die Folge sind Schmerzen und Entzündungen in den Gelenken.
Verspannungen und Kopfschmerzen durch Zähne
Die Ursache für Kopfschmerzen oder Migräne sowie Nacken- und Rückenschmerzen können verschiedene Zahn- und Kieferprobleme sein, wie
Auch Kopfschmerzen durch einen
Weisheitszahn kommen häufig vor. Wenn dieser Zahn wächst und zu wenig Platz hat,
drückt er möglicherweise gegen benachbarte Zähne oder einen Nerv. Es kommt vor, dass sich die anderen Zähne dann verschieben und sich der Biss verändert. Dabei können
Spannungskopfschmerzen oder eine Migräne entstehen.
Kranke Zähne und ihre Auswirkungen auf die Psyche
Kranke Zähne und die Psyche hängen eng zusammen. Wer unter Stress steht, hat auch meist ein schwächeres Immunsystem. So heilt eine Zahnfleischentzündung bei gestressten Menschen schlechter ab.
Schlechte Zähne und Depressionen – auch hier besteht ein Zusammenhang. Leiden Menschen unter ständigen Schmerzen im Körper, neigen sie zu depressiven Verstimmungen oder Depressionen. Deshalb ist es immer auch wichtig, einen Zahnarzt zu Rate zu ziehen, um herauszufinden, ob nicht kranke Zähne hinter chronischen Schmerzen stecken.
Menschen mit einer Zahnarztphobie vermeiden es aus Angst, zum Zahnarzt zu gehen – und haben deshalb häufig schlechte Zähne. Viele schämen sich für den Zustand ihrer Zähne und ihren Mundgeruch, ziehen sich zurück und haben weniger soziale Kontakte.
Das kann langfristig zu Depressionen führen.