Schmerzempfindliche Zähne: nützliche Tipps gegen Ihre Beschwerden

Das Wichtigste in Kürze
- Die häufigste Ursache für schmerzempfindliche Zähne sind freiliegende Zahnhälse.
- Durch falsches Zähneputzen oder eine Entzündung kann sich das Zahnfleisch zurückziehen und die empfindlichen Hälse freilegen.
- Wer wärme- und kältempfindliche Zähne hat, sollte die Ursache beim Zahnarzt abklären.
- Als Soforthilfe eignen sich fluoridhaltige Zahncremes und Mundspülungen.
Freiliegende Zahnhälse leiten Reize an den Zahnnerv
Was sind schmerzempfindliche Zähne?
Häufige Ursachen für sensible Zähne
- Viele Menschen schrubben beim Zähneputzen in horizontalen Bewegungen über die Zahnoberflächen, anstatt die Beläge „von Rot nach Weiß“ vorsichtig auszuwischen. Dadurch verletzen sie das Zahnfleisch oft leicht, mit der Zeit zieht es sich zurück. Zahnärzte nennen dies „parodontale Rezession“, einen entzündungsfreien Rückgang des Zahnfleischs.
- Bei einer Gingivitis entzündet sich das Zahnfleisch meist aufgrund von unzureichender Mundhygiene. Es schwillt an und liegt nicht mehr eng am Gebiss. An diesen Stellen reagiert der Zahn sensibel auf Kälte- und Wärmereize. Nach einer gründlichen Reinigung heilt die Entzündung meistens ab und das Zahnfleisch legt sich wieder an die Zähne an.
- Schreitet die Entzündung weiter fort, kann sie sich zu einer Parodontitis entwickeln, einer Entzündung des Zahnhalteapparates bzw. des Zahnbetts. Das Zahnfleisch zieht sich nach und nach von den Zahnhälsen zurück. Es entstehen tiefe Zahnfleischtaschen und der Knochen baut sich mit der Zeit ab.
- Ist ein Zahn plötzlich empfindlich gegen Kälte oder Wärme, kann Karies der Grund dafür sein. Bakterien, die sich von Nahrungsresten ernähren, bilden Säuren. Diese greifen den Zahnschmelz an und zerstören ihn allmählich. Es entsteht ein Loch im Zahn. Zunächst tut es nicht weh, doch wenn das empfindliche Dentin frei liegt, nimmt der Zahnnerv Reize von außen verstärkt wahr. Hat sich der Nerv bereits entzündet, ist der betroffene Zahn zum Beispiel besonders wärmeempfindlich.
- Nach einer zahnärztlichen Behandlung können Zähne schmerzempfindlich werden. Wenn der Zahnarzt Karies entfernt und eine Füllung oder Krone setzt, trägt er auch etwas von der natürlichen Zahnsubstanz ab. So kommt es vor, dass Menschen im Bereich der Zahnfüllung Schmerzen haben und empfindlich auf Kälte- und Wärmereize reagieren.
- Durch Unfälle oder große Füllungen können winzige Risse am Zahn entstehen. Reicht der Riss bis ins empfindliche Dentin, schmerzt der Zahn, wenn Sie etwas Heißes oder Kaltes essen bzw. trinken.
- Wer nachts mit den Zähnen knirscht, übt meist starken Druck auf das Gebiss aus. Das führt mit der Zeit zu einem Zahnschmelzabbau. Außerdem zieht sich das Zahnfleisch zurück und die Zähne reagieren sensibel. Mediziner sprechen wegen der dreieckigen Form auch von keilförmigen Defekten am Zahnhals.
- Manche Patienten, die ein Bleaching vornehmen, also eine Zahnaufhellung, leiden kurz danach an wärme- und kälteempfindlichen Zähnen. Der Grund: Das Aufhellungsmittel greift die oberste Zahnschicht an. Dabei wird etwas Zahnschmelz abgetragen. Meistens verschwinden die Schmerzen nach einigen Tagen wieder.
- Hormonelle Umstellungen in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren wirken sich auf die Mundschleimhaut sowie das Zahnfleisch aus. So leiden Frauen während dieser Zeit häufiger an empfindlichem Zahnfleisch, Gingivitis und Parodontitis – und damit auch an sensiblen Zähnen.
Wann ist ein Besuch beim Zahnarzt ratsam?
Was macht der Zahnarzt bei wärme- und kälteempfindlichen Zähnen?
- Zunächst nimmt der Zahnarzt eine professionelle Zahnreinigung vor, um Beläge und Bakterien zu entfernen.
- Anschließend trägt er einen Fluorid-Lack auf die Zahnhälse auf und verschließt die Dentinkanäle damit. Dadurch reagieren diese weniger sensibel auf Reize von außen.
- Sind die Beschwerden größer, kann er schmerzempfindliche Zähne auch versiegeln. Dabei bestreicht er die Zahnhälse mit einer dünnen Schicht aus Kunststoff, um den Schmerzreiz zu unterbinden.
- Bei keilförmigen Defekten rät der Zahnarzt oft zu einer Zahnhalsfüllung aus Kunststoff.
- Hat sich das Zahnfleisch bereits stark zurückgezogen, wächst es nicht wieder nach. Nach einer Parodontosebehandlung kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein, bei der der Zahnarzt das Zahnfleisch an seine ursprüngliche Stelle transplantiert. Die Zahnhälse sind dann wieder bedeckt und weniger empfindlich.
Soforthilfe bei schmerzempfindlichen Zähnen
- Zahncremes speziell für schmerzempfindliche Zähne enthalten zum Beispiel Kaliumverbindungen und Aminfluorid. Diese bilden eine Schutzschicht um die Zähne und verhindern so, dass der Wärme- und Kältereiz zum Zahnnerv gelangt.
- Mundspülungen etwa mit Kalzium und Arginin umschließen den Zahn, sodass er weniger sensibel reagiert. Solche Mittel erkennen Sie an der englischen Bezeichnung „sensitive“.
- Gewürznelken enthalten den Stoff Eugenol, der leicht betäubend und desinfizierend wirkt. Legen Sie eine in die Backentasche neben den wärme- und kälteempfindlichen Zahn, um den Schmerz zu lindern.
- Haben Sie Nelken- oder Teebaumöl im Haus, tupfen Sie es mit einem Wattestäbchen auf die schmerzende Stelle.
- Spülen Sie Ihren Mund mit Kamillen- oder Salbeitee. Das wirkt schmerzlindernd und beruhigt sensible Zähne.
Schmerzempfindlichen Zähnen vorbeugen: So geht's
- regelmäßig Zähne putzen (mindestens zweimal täglich)
- richtige Zahnputztechnik anwenden (mit wenig Druck die Beläge von „von Rot nach Weiß“ auswischen)
- eine Zahnbürste mit weichen oder mittelharten Borsten verwenden
- eine fluoridhaltige Zahnpasta benutzen (Zahnärzte raten davon ab, aufhellende Zahnpasta zu verwenden, da die enthaltenen Schleifpartikel Ihr Gebiss schädigen)
- Zahnzwischenräume und Zahnfleischrand mit Zahnseide reinigen
- auf säurehaltige Lebensmittel möglichst verzichten, da diese den Zahnschmelz demineralisieren und damit seine Schutzfunktion schwächen
- regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen bei Ihrem Zahnarzt wahrnehmen
Häufige Fragen und Antworten rund um schmerzempfindliche Zähne
Was tun bei empfindlichen Zähnen?
Was hilft gegen wärme- und kälteempfindliche Zähne?
Hilft Zähneputzen gegen Zahnschmerzen?
Eine gute Mundhygiene ist wichtig, um Entzündungen des Zahnfleischs und der Wurzel sowie Karies zu vermeiden. Haben Sie schmerzempfindliche Zähne, putzen Sie sie mindestens zweimal täglich besonders sorgfältig. Verwenden Sie eine Zahnpasta speziell für sensible Zähne und eine mittelharte bis weiche Zahnbürste. Reinigen Sie die Zwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen. Gehen Sie mindestens zweimal im Jahr zur Kontrolle zum Zahnarzt und lassen Sie Ihre Zähne professionell reinigen.
Wichtiger Hinweis: Die Inhalte wurden sorgfältig recherchiert und redaktionell geprüft sowie von Expertinnen und Experten gegengelesen. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine zahnärztliche Untersuchung, Diagnose, Beratung oder Behandlung. Wenn Sie Beschwerden haben oder unsicher sind, wenden Sie sich bitte an Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt. Bei akuten Beschwerden oder zahnmedizinischen Notfällen suchen Sie bitte umgehend zahnärztliche Hilfe auf.

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