
Ablenkung am Steuer: Was die DA Direkt Studie 2026 zeigt und was wirklich hilft

Noch schnell die Route ändern, ein Lied weiterschalten oder auf eine Nachricht reagieren? Schon kurze Ablenkungen können beim Autofahren gefährlich werden. Für die DA Direkt Ablenkungsstudie 2026 hat das Institut Civey im September 2026 5.000 Menschen befragt, die regelmäßig Auto fahren. Das Ergebnis: Viele kennen die Gefahr, trauen sich aber trotzdem zu, Ablenkungen kontrollieren zu können. Im Alltag lenken Gespräche, Musik und Navi häufiger ab als Nachrichten auf dem Smartphone. Hier erfahren Sie, was die Studie zeigt und wie Sie unterwegs aufmerksam bleiben.
Zuletzt aktualisiert:02.11.2026Autor: Fachredaktion | Unfallversicherung
Das Wichtigste in Kürze
- Am häufigsten lenken Gespräche, Musik und Navigation ab: 73,5 % unterhalten sich zumindest gelegentlich intensiv mit Mitfahrenden, 57,3 % wählen während der Fahrt Musik oder Podcasts aus und 44,4 % stellen unterwegs die Navigation ein.
- Das Smartphone gilt als größte Ablenkungsgefahr: 51,2 % der Befragten nennen es als größtes Risiko. Gespräche mit Mitfahrenden werden dagegen nur von 6,1 % genannt.
- Viele überschätzen ihre Kontrolle: 30,8 % sind überzeugt, kurze Ablenkungen gut kontrollieren zu können.
- 58 % haben innerhalb eines Jahres mindestens einen Fehler durch Ablenkung bemerkt. Am häufigsten fuhren sie zu spät an der Ampel los (25,3 %) oder bremsten zu spät (21,0 %). 7,4 % berichten von einem Beinahe-Zusammenstoß, 3,5 % von einem Zusammenstoß oder Sachschaden.
- So vermeiden Sie Ablenkung: Stellen Sie Navi, Musik und Klima vor dem Losfahren ein. Schalten Sie das Smartphone stumm oder legen Sie es außer Reichweite. Halten Sie für dringende Tätigkeiten sicher an.
Welche Ablenkungen sind am häufigsten und wie gefährlich sind sie?
Ablenkung am Steuer bedeutet: Blick, Hände oder Gedanken sind nicht beim Verkehr. Man unterscheidet drei Arten: visuelle Ablenkung (Blick aufs Display), manuelle Ablenkung (Griff zur Trinkflasche) und gedankliche Ablenkung (emotionales Gespräch). Besonders riskant sind Tätigkeiten, die alle drei Formen verbinden, etwa das Tippen einer Nachricht.
Die DA Direkt Ablenkungsstudie 2026 zeigt: Was im Alltag häufig ablenkt und was als größte Gefahr wahrgenommen wird, liegt teilweise weit auseinander.
- Gespräche mit Mitfahrenden kommen am häufigsten vor: 73,5 % führen zumindest gelegentlich intensive Gespräche. Nur 6,1 % sehen darin die größte Ablenkungsgefahr.
- Musik oder Podcasts wählen 57,3 % zumindest gelegentlich während der Fahrt aus.
- Das Navigationsgerät stellen 44,4 % zumindest gelegentlich während der Fahrt ein.
- Den Touchscreen im Auto bedienen 43,3 % zumindest gelegentlich. 15,1 % betrachten die Bedienung als größte Ablenkungsgefahr.
- Nachrichten auf dem Smartphone lesen 15,4 % zumindest gelegentlich während der Fahrt. Gleichzeitig betrachten 51,2 % das Smartphone insgesamt als größte Ablenkungsgefahr.

Smartphone, Navi und Infotainment: Wenn der Blick von der Straße wandert
Das Smartphone ist ein offensichtlicher Kandidat: Nachrichten lesen, Musik auswählen oder einen Anruf annehmen beansprucht Blick, Hände oder Gedanken – manchmal alles zugleich. Auch ein Handy in der Halterung ist kein Freibrief für längere Eingaben. Wer ein Ziel eintippt oder auf dem Bildschirm nach einer Funktion sucht, richtet seine Aufmerksamkeit nicht vollständig auf den Verkehr.
Ähnliches gilt für Touchscreens, Bordcomputer und Infotainment. Auch fest im Fahrzeug verbaute Technik kann ablenken, wenn Einstellungen mehrere Blicke oder Bedienschritte erfordern. Bei 50 km/h legt ein Auto in drei Sekunden bereits rund 42 Meter zurück. So weit fährt das Fahrzeug weiter, während der Blick nur kurz auf einem Bildschirm liegt.
Mitfahrende und äußere Reize: Was lenkt außerdem ab?
Ein Gespräch kann angenehm sein und trotzdem Aufmerksamkeit beanspruchen. Das gilt besonders, wenn es emotional wird oder jemand auf der Rückbank dringend Hilfe braucht. Auch ein Griff zur Trinkflasche oder zum Snack kostet einen Teil der Aufmerksamkeit. Außerhalb des Autos können Landschaften, Passanten oder Gebäude den Blick auf sich ziehen, oft ganz unbemerkt:
- 40,5 % lassen sich zumindest gelegentlich von Landschaft und Natur ablenken.
- 34,8 % schauen auffälligen Passanten hinterher.
- 30,8 % werden durch Sehenswürdigkeiten oder interessante Architektur abgelenkt.
- 25,6 % richten ihre Aufmerksamkeit auf auffällige Autos.

Ob Gespräche mit Mitfahrenden oder äußere Reize wie Landschaften, Passanten und auffällige Autos: Viele dieser Ablenkungen gehören zum normalen Fahralltag und werden deshalb leicht unterschätzt. Besonders dann, wenn der Verkehr viel Aufmerksamkeit verlangt, können auch vermeintlich harmlose Ablenkungen zum Risiko werden.
„Viele Ablenkungen wirken harmlos, weil sie alltäglich sind“, erklärt Silvia Künnemann, Leiterin Product & Customer Experience bei DA Direkt. „Doch Aufmerksamkeit kennt keine Prioritäten. Schon wenige Sekunden, in denen der Blick oder die Gedanken nicht auf das Verkehrsgeschehen gerichtet sind, können zu einer kritischen Situation führen.“
Viele Autofahrer vertrauen auf ihre Kontrolle
Viele Autofahrer wissen, dass Ablenkung gefährlich ist, und trauen sich trotzdem zu, sie im Griff zu haben. Laut DA Direkt Ablenkungsstudie 2026 sind 43,9 % überzeugt, zu erkennen, wann eine Ablenkung gefährlich wird. 30,8 % sagen, kurze Ablenkungen hätten sie im Griff. Gleichzeitig haben 58 % in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Fehler durch Ablenkung bemerkt.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob Autofahrer die Gefahr kennen, sondern wie sie in einer konkreten Situation reagieren: wenn das Smartphone klingelt, die Navigation eine neue Route anbietet oder auf der Rückbank jemand etwas braucht.

Besonders bemerkenswert: 39,2 % der Befragten haben innerhalb der vergangenen drei Jahre einen Unfall oder eine gefährliche Situation erlebt. Trotzdem schätzen gerade sie ihre Fähigkeiten besonders positiv ein:
- 34,5 % glauben, kurze Ablenkungen kontrollieren zu können. Bei Befragten ohne eine solche Erfahrung sind es 28,0 %.
- 21,1 % meinen, kurze Ablenkungen gehörten zum Autofahren dazu. In der Vergleichsgruppe sagen das 15,6 %.
Warum Befragte mit Unfall- oder Gefahrenerfahrung ihre Fähigkeit zur Selbstkontrolle höher bewerten, lässt sich mit den Daten der Studie nicht erklären.
Welche Fehler entstehen durch Ablenkung?
Ein anderes Bild ergibt sich, wenn es um konkrete Erlebnisse geht. Gefährliche Situationen können entstehen, ohne dass es zu einem Zusammenstoß kommt: Man übersieht beispielsweise ein Bremsmanöver, muss abrupt reagieren oder bemerkt ein Verkehrsschild zu spät. Laut DA Direkt Ablenkungsstudie 2026 haben 58 % der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Fehler durch Ablenkung bemerkt. Welche Situationen dabei aufgetreten sind, zeigt die Grafik.

Nur 37,8 % geben an, dass ihnen in den vergangenen zwölf Monaten keine dieser Situationen passiert ist. Am häufigsten fuhren Befragte zu spät an der Ampel los (25,3 %) oder bremsten zu spät (21,0 %). Weitere Folgen waren:
- 13,7 % verließen unbeabsichtigt die Spur.
- 12,8 % bemerkten eine Person oder ein Fahrzeug zu spät.
- 11,6 % übersahen ein Verkehrszeichen oder eine Ampel.
- 7,4 % erlebten einen Beinahe-Zusammenstoß.
- 3,5 % berichteten von einem Zusammenstoß oder Sachschaden.
Auch wenn viele dieser Situationen glimpflich ausgehen, können sie sich jederzeit zu einem Unfall entwickeln.
Auffällig ist der Vergleich mit den Befragten, die in den vergangenen drei Jahren bereits einen Unfall oder eine gefährliche Situation erlebt haben. Sie berichten auch für die vergangenen zwölf Monate häufiger von Fehlern durch Ablenkung:
- 27,8 % haben zu spät gebremst. Bei den übrigen Befragten sind es 16,6 %.
- 19,2 % haben unbeabsichtigt die Spur verlassen. In der Vergleichsgruppe sind es 9,7 %.
- 19,5 % haben eine Person oder ein Fahrzeug zu spät bemerkt. Bei den übrigen Befragten sind es 9,2 %.
Ein Teil des Unterschieds könnte mit der höheren Fahrleistung zusammenhängen: 52,7 % der Befragten mit Unfall- oder Gefahrenerfahrung fahren mindestens 10.000 Kilometer im Jahr, bei den übrigen sind es 40,2 %. Bemerkenswert bleibt, dass gerade diese Gruppe kurze Ablenkungen häufiger für beherrschbar hält.
Welche Ursachen sehen Betroffene im Rückblick?
Auch die Rückschau auf Unfälle oder gefährliche Situationen ist aufschlussreich. Die Befragten benennen dabei aus ihrer Sicht die Hauptursache. Die Angaben beruhen auf ihrer persönlichen Einschätzung und sind keine technische oder amtliche Unfallanalyse.
Wer selbst einen Unfall oder eine gefährliche Situation erlebt hat, sieht die Ursache meist bei anderen Verkehrsteilnehmern. Mehr als die Hälfte der Betroffenen (53,1 %) nennt sie als Ursache. Ablenkung folgt mit 15,2 % an zweiter Stelle, vor Wetter- und Straßenverhältnissen (8,2 %), überhöhter Geschwindigkeit oder Fahrfehlern (8,0 %) sowie Müdigkeit oder Krankheit (5,5 %)

Ablenkung wird häufiger als Ursache genannt als Wetter oder Geschwindigkeit
Die Ergebnisse zeigen: Ablenkung spielt aus Sicht der Betroffenen auch bei tatsächlich erlebten Unfällen und Gefahrensituationen eine wichtige Rolle. Die Studie erlaubt jedoch keine Aussage darüber, ob Ablenkung in diesen Fällen nachweislich die Unfallursache war.
Immer sicher unterwegs: mit der Kfz-Haftpflicht von DA Direkt
Warum unterschätzen wir Ablenkung am Steuer?
Auf einer leeren, bekannten Straße erscheint der schnelle Blick aufs Display oft weniger gefährlich als im dichten Stadtverkehr. Doch das Problem ist: Wir wissen vorher nicht, wann etwas Unerwartetes geschieht. Sätze wie „Ich kann das einschätzen“ oder „Bisher ist immer alles gut gegangen“ geben ein Gefühl von Sicherheit, ersetzen aber keine freie Sicht und ungeteilte Aufmerksamkeit.
Ein möglicher Grund für diese Fehleinschätzung: Das eigene Verhalten bewerten wir häufig nach unserer Absicht, vorsichtig zu fahren. Bei anderen nehmen wir dagegen vor allem den sichtbar riskanten Moment wahr. Hinzu kommt: Bleibt eine kurze Ablenkung wiederholt ohne Folgen, kann der Eindruck entstehen, sie sei kontrollierbar. Das macht sie jedoch nicht weniger riskant.
Warum Wissen allein nicht vor Ablenkung schützt
Die meisten Menschen müssen nicht erst davon überzeugt werden, dass Tippen am Steuer gefährlich ist. Trotzdem greift die Hand manchmal fast automatisch zum Smartphone. Eine Nachricht kommt an, die Route wird unklar, die Musik passt gerade nicht: Wer es gewohnt ist, sofort zu reagieren, nimmt diese Gewohnheit mit ins Auto.
Das Wissen um die Gefahr und das eigene Handeln können so auseinanderklaffen. Die Studie zeigt das beim Smartphone besonders deutlich: 51,2 % halten es für die größte Ablenkungsgefahr. Aber nur 20,6 % legen es außer Reichweite und nur 10,3 % nutzen den Nicht-stören-Modus.
Silvia Künnemann, Leiterin Product & Customer Experience bei DA Direkt, beschreibt den Widerspruch so: „Die Ergebnisse zeigen eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Risikobewusstsein und Selbsteinschätzung. Viele Autofahrer wissen grundsätzlich, dass Ablenkung gefährlich ist. Gleichzeitig vertrauen sie darauf, selbst einschätzen zu können, wann eine Ablenkung noch harmlos ist. Genau darin liegt ein erhebliches Risiko.“
Gewohnheiten lassen sich leichter ändern, wenn die Entscheidung bereits vor der Fahrt fällt: Ein stummgeschaltetes Smartphone, ein aktivierter Nicht-stören-Modus oder ein vorab eingestelltes Navi verringern die Versuchung, während der Fahrt zu reagieren.
Ablenkung vermeiden: Praktische Tipps für Autofahrer
Was Sie vor der Fahrt tun können
Viele Entscheidungen lassen sich treffen, bevor der Motor startet. Geben Sie das Ziel ins Navi ein, wählen Sie Musik oder Podcasts und stellen Sie Sitz, Spiegel und Klima passend ein. Schalten Sie Benachrichtigungen stumm oder aktivieren Sie einen Fahrmodus. Liegt das Smartphone nicht griffbereit, fällt es leichter, eine Nachricht bis zur nächsten Pause warten zu lassen. Auch Absprachen helfen: Mitfahrende können die Route im Blick behalten oder Anrufe übernehmen. Sagen Sie ruhig vorher: „Während der Fahrt lese ich keine Nachrichten.“ Dann müssen Sie die Regel später nicht erklären, wenn das Smartphone klingelt.
Die DA Direkt Ablenkungsstudie 2026 zeigt, welche Maßnahmen Autofahrer bereits nutzen. Am häufigsten stellen sie Navigation, Musik oder Klima vor der Fahrt ein (46,1 %). Weitere verbreitete Strategien sind:
- 35,2 % nutzen Tasten oder die Lenkradbedienung.
- 29,5 % geben Aufgaben an Mitfahrende ab.
- 29,3 % verwenden die Sprachsteuerung.
- 20,6 % legen das Smartphone außer Reichweite.
- 20,3 % halten zum Beantworten von Nachrichten an.
- 10,3 % aktivieren den Nicht-stören-Modus.
- 15,3 % nutzen keine besondere Strategie, um Ablenkung beim Autofahren zu vermeiden.
Was Sie während der Fahrt tun können
Eine Umleitung macht eine neue Eingabe nötig? Eine Nachricht ist wirklich dringend? Suchen Sie eine sichere, zulässige Haltemöglichkeit und kümmern Sie sich erst dann darum. Halten Sie dafür niemals auf dem Standstreifen einer Autobahn. Sprachsteuerung, Freisprecheinrichtungen und Assistenzsysteme können entlasten, ersetzen aber keine Aufmerksamkeit. Auch ein langes oder belastendes Gespräch kann Sie gedanklich vom Verkehr ablenken.
Bei Regen, in Baustellen oder auf unbekannten Strecken darf es im Auto ruhig einmal still werden. Bitten Sie Mitfahrende, ein Gespräch kurz zu unterbrechen. Wenn Sie gestresst oder aufgewühlt sind, legen Sie vor der Weiterfahrt eine Pause ein. Das ist keine Unsicherheit, sondern eine verantwortungsvolle Entscheidung.
5 Tipps gegen Ablenkung am Steuer
- Smartphone vor dem Start stumm schalten oder Fahrmodus aktivieren.
- Navi-Ziel und wichtige Einstellungen vor der Fahrt festlegen.
- Unterwegs keine Nachrichten lesen oder schreiben.
- Für Dringendes an einer sicheren, zulässigen Stelle anhalten.
- Bei Stress oder Überforderung eine Pause einlegen.
Rechtliche und finanzielle Folgen
Welche Regeln gelten für Smartphone und andere Geräte?
Für Deutschland gilt: Elektronische Geräte dürfen beim Fahren nur benutzt werden, wenn sie weder aufgenommen noch gehalten werden. Erlaubt sind die Sprachsteuerung, die Vorlesefunktion oder eine kurze, an die Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnisse angepasste Blickzuwendung. Auch ein Gerät in der Halterung darf daher nicht länger bedient werden. Diese Regeln gelten nicht nur für Smartphones, sondern beispielsweise auch für Navigationsgeräte, Touchscreens und andere elektronische Geräte.
Verstöße können Bußgelder und Punkte in Flensburg nach sich ziehen. Kommt es zu einer Gefährdung oder einem Unfall, können weitere Folgen hinzukommen. Maßgeblich sind die aktuell geltenden Regeln und der konkrete Einzelfall.
Nicht jede Ablenkung ist für sich genommen ein Verstoß gegen das sogenannte Handyverbot. Ein intensives Gespräch oder ein Griff nach einer Flasche kann aber ebenfalls gefährlich werden. Wer ein Fahrzeug führt, muss dafür sorgen, dass Sicht und Gehör nicht beeinträchtigt werden und das Fahrzeug jederzeit sicher beherrscht wird. Informieren Sie sich bei Fahrten ins Ausland zusätzlich über die dortigen Vorschriften.
Welche Folgen hat ein ablenkungsbedingter Unfall für die Kfz-Versicherung?
Kurz gesagt: Auch bei einem ablenkungsbedingten Unfall besteht grundsätzlich Versicherungsschutz. Je nach Versicherungsart, Tarif und Verschulden können jedoch finanzielle Folgen entstehen.
- Kfz-Haftpflichtversicherung: Sie reguliert berechtigte Schadenersatzansprüche anderer Unfallbeteiligter. Nach einem regulierten Schaden kann der Versicherungsvertrag zurückgestuft werden. Dadurch kann der Beitrag steigen.
- Kaskoversicherung: Sie kann für Schäden am eigenen Fahrzeug aufkommen. Wird die Ablenkung als grob fahrlässig eingestuft, kann der Versicherer seine Leistung abhängig von der Schwere des Verschuldens anteilig kürzen. Ob und in welchem Umfang das geschieht, hängt vom konkreten Unfallhergang und den vereinbarten Versicherungsbedingungen ab. Einige Tarife verzichten auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit oder schränken ihn ein.
Informieren Sie sich über die Leistungen der Kfz-Versicherung von DA Direkt oder berechnen Sie Ihren persönlichen Beitrag direkt online.
Ablenkung am Steuer: Gibt es regionale Unterschiede?
Ablenkung am Steuer ist kein regionales Problem. In jedem Bundesland hat ein Drittel bis gut zwei Fünftel der Befragten in den vergangenen drei Jahren einen Unfall oder eine gefährliche Situation erlebt. Und überall steht das Smartphone an erster Stelle, wenn es um die größte Ablenkungsgefahr geht.
Ein Unterschied fällt dennoch auf: In Hamburg und Berlin ist rund jeder Dritte in den vergangenen zwölf Monaten abgelenkt zu spät an der Ampel losgefahren (Hamburg 35,8 %, Berlin 32,6 %). Bundesweit war es gut jeder Vierte (25,3 %). Warum dieser Fehler in Hamburg und Berlin häufiger genannt wird, lässt sich anhand der Studienergebnisse nicht eindeutig erklären.
Auch an einer roten Ampel gelten die Vorschriften zur Nutzung elektronischer Geräte. Ein Smartphone darf nur aufgenommen oder gehalten werden, wenn das Fahrzeug steht und der Motor vollständig ausgeschaltet ist. Die Start-Stopp-Automatik und das Ruhen des elektrischen Antriebs gelten dabei nicht als vollständiges Ausschalten des Motors.
Ablenkungen beim Autofahren
Der Index misst, in welchem Ausmaß verschiedene Faktoren Personen beim Autofahren ablenken können. Dabei werden unterschiedliche potenzielle Ablenkungsquellen zusammengefasst, um das allgemeine Ablenkungspotenzial während der Fahrt abzubilden. ausgewertet nach Landkreise
Fazit: Aufmerksam fahren beginnt vor dem Start
Ablenkung beginnt nicht erst beim Tippen auf dem Smartphone. Auch vertraute Handgriffe, Gespräche und Eindrücke am Straßenrand können Aufmerksamkeit kosten. Die DA Direkt Ablenkungsstudie 2026 zeigt: Selbst wer schon eine gefährliche Situation erlebt hat, traut sich häufiger als andere zu, kurze Ablenkungen im Griff zu haben.
Entscheidend sind deshalb einfache Routinen: Stellen Sie vor der Fahrt das Navi ein, schalten Sie das Smartphone stumm und legen Sie es außer Reichweite. So wird aus einem guten Vorsatz eine feste Gewohnheit für mehr Aufmerksamkeit am Steuer.
Häufige Fragen und Antworten zum Thema „Ablenkung am Steuer“
Darf ich mein Handy als Navi nutzen, wenn es in einer Halterung steckt?
Darf ich mein Handy als Navi nutzen, wenn es in einer Halterung steckt?
Grundsätzlich ist Navigation mit einem befestigten Gerät in Deutschland möglich. Die Halterung allein macht aber nicht jede Bedienung erlaubt: Für kurze Blicke und die Nutzung von Gerätefunktionen gelten gesetzliche Voraussetzungen. Am sichersten ist es, das Ziel vor dem Losfahren einzugeben und für längere Änderungen anzuhalten.
Ist Telefonieren mit Freisprecheinrichtung sicher?
Ist Telefonieren mit Freisprecheinrichtung sicher?
Es hält die Hände frei, verhindert aber keine gedankliche Ablenkung. Wenn der Verkehr anspruchsvoll ist oder ein Gespräch Sie stark beschäftigt, verschieben Sie es besser auf eine Pause. Die rechtliche Zulässigkeit einer Funktion und ihre Sicherheit in der konkreten Fahrsituation sind zwei verschiedene Fragen.
Darf ich an der roten Ampel aufs Handy schauen?
Darf ich an der roten Ampel aufs Handy schauen?
Nein. Das Handyverbot gilt auch im Stand, solange der Motor läuft. Erlaubt ist das Handy nur, wenn das Auto steht und der Motor vollständig ausgeschaltet ist. Hat die Start-Stopp-Automatik den Motor abgeschaltet, gilt er nicht als ausgeschaltet.
Lenken Touchscreens im Auto mehr ab als Tasten?
Lenken Touchscreens im Auto mehr ab als Tasten?
Touchscreens verlangen oft mehrere Blicke und Bedienschritte. Tasten lassen sich dagegen häufig blind bedienen. In der DA Direkt Ablenkungsstudie 2026 nennen 15,1 Prozent Touchscreen oder Infotainment als größte Ablenkungsgefahr, das ist Platz zwei nach dem Smartphone.
Wer sein Auto vor allem per Touchscreen bedient, berichtet häufiger von ablenkungsbedingten Beinahe-Zusammenstößen (10,3 gegenüber 5,8 %). Ob der Touchscreen die Ursache ist, zeigt die Studie aber nicht: Diese Fahrer sind öfter in neueren Autos und mehr Kilometer unterwegs. Was in jedem Auto hilft: Einstellungen vor der Fahrt vornehmen und unterwegs Lenkradtasten oder Sprachsteuerung nutzen.
Können wenige Sekunden Blick aufs Display wirklich gefährlich sein?
Können wenige Sekunden Blick aufs Display wirklich gefährlich sein?
Ja. Das Auto fährt weiter, während Sie nicht auf die Straße schauen. Bei 100 km/h sind drei Sekunden etwa 83 Meter. Ob daraus eine kritische Situation wird, hängt vom Verkehr ab – und genau der kann sich in wenigen Sekunden verändern.
Wie bleibe ich beruflich erreichbar, ohne unterwegs Nachrichten zu lesen?
Wie bleibe ich beruflich erreichbar, ohne unterwegs Nachrichten zu lesen?
Vereinbaren Sie Rückrufzeiten, nutzen Sie einen automatischen Fahrhinweis und planen Sie Pausen für wichtige Telefonate ein. Wer mit Kundschaft oder Kolleginnen und Kollegen unterwegs kommunizieren muss, kann Erwartungen vorher klären: Eine Antwort nach dem sicheren Anhalten ist verlässlicher als eine riskante Antwort während der Fahrt.

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