Bis vor wenigen Jahren war Amalgam das am häufigsten verwendete Material, um ein Loch im Zahn zu aufzufüllen. Ab Anfang 2025 besteht jedoch ein Verbot für die Verwendung in der Zahnmedizin – denn das Material ist nicht besonders nachhaltig. Gleichzeitig bestehen Gefahren für die Gesundheit. Beides liegt am im Amalgam enthaltenen Quecksilber. Schon heute bestehen die meisten Füllungen aus einer Kunststoffmischung. Diese sieht besser aus und ist gesundheitlich weniger bedenklich. Alle Details zum Amalgam-Verbot lesen Sie im Ratgeber zu Amalgamfüllungen.
Kunststoff- oder Kompositfüllung
Kompositfüllungen werden umgangssprachlich auch Kunststofffüllungen genannt. Eine Komposit- oder Nano-Kompositfüllung besteht aber nur zu etwa 20 Prozent aus Kunststoff und zu rund 80 Prozent aus Füllstoffen wie Quarz, Glas und Keramik. Die weißen Zahnfüllungen eignen sich bestens für den sichtbaren Front- und Seitenzahnbereich, da die Techniker sie gut an die natürliche Zahnfarbe anpassen können.
Damit die Kunststofffüllung im präparierten Loch (Kavität) hält, bereitet der Zahnarzt eine sogenannte dentin-adhäsive Füllung vor. Dabei wird ein flüssiger Kunststoff, ein sogenannter Haftvermittler, auf das Loch aufgetragen. Er verbindet sich mit der Zahnsubstanz und dem Füllungsmaterial und sorgt dafür, dass die Füllung optimal am Zahn haftet.
Amalgamfüllung
Diese Form der künstlichen Zahnfüllung war jahrzehntelang Standardversorgung bei defekten Zähnen im Seitenzahnbereich. Beim Material der Zahnfüllung handelt es sich um eine Quecksilberlegierung mit verschiedenen Metallen wie Silber, Kupfer, Indium, Zinn und Zink.
Die silberne Zahnfüllung hält hohen Kaubelastungen stand und ist leicht zu verarbeiten. Allerdings sind Amalgamfüllungen seit einigen Jahren umstritten, denn Quecksilber ist unter bestimmten Umständen gesundheitsschädlich. Deshalb setzen Zahnärzte Amalgam bei Kindern, schwangeren Frauen und Menschen mit Vorerkrankungen seit 2018 nicht mehr ein. Ab 2025 ist das Material EU-weit in der Zahnmedizin verboten.
Goldhämmerfüllung
Goldhämmer- oder Goldklopffüllungen eignen sich für kleine Defekte, zum Beispiel an den Zahnhälsen. Dabei bringt der Zahnarzt hauchdünne Goldfolien Schicht für Schicht am Zahn an und bildet diesen nach. Die Goldfüllungen sind besonders aufwändig herzustellen, halten dafür aber mit bis zu 30 Jahren deutlich länger als andere medizinische Zahnfüllungen. Zum Vergleich: Amalgam- und Kompositfüllungen halten etwa vier bis acht Jahre.
Goldhämmerfüllungen kommen vergleichsweise selten zum Einsatz, da Herstellung und Material der Zahnfüllungen vergleichsweise teuer sind. Außerdem sind die Goldfüllungen im Mund gut sichtbar.
Füllung mit Glasionomer-Zement
Der mineralische Zement ist relativ weich und nur begrenzt haltbar. Deshalb eignet er sich vor allem als Material für eine provisorische Zahnfüllung. Das Provisorium verschließt einen Zahn übergangsweise, bis die endgültige Füllung, zum Beispiel ein Inlay für den Zahn, fertiggestellt ist. Auch bei kariösen Milchzähnen verwenden Zahnärzte häufig Glasionomer-Zement, um Löcher zu füllen.
Kompomer
Eine Alternative zu mineralischem Zement ist das Material Kompomer. Es ist eine Mischung aus Glasionomer-Zement und Komposit. Zahnärzte nutzen esvor allem für provisorische Zahnfüllungen. Auch Löcher an Milchzähnen oder kleine Defekte im Zahnhalsbereich repariert der Zahnarzt mit Kompomer. Das Material hält größeren Kaubelastungen allerdings nicht stand und eignet sich daher nur als eine zeitlich begrenzte Lösung.
Einlagefüllungen aus Keramik und Gold
Einlagefüllungen sind hochwertige Alternativen zu einfachen Zahnfüllungen aus Kunststoff oder Amalgam. Die indirekten Zahnfüllungen aus Keramik oder Gold sind auch unter dem Namen Inlays bekannt. Im Gegensatz zu anderen Zahnfüllungen werden Inlays individuell für den Patienten im Dentallabor angefertigt und erst später in den Mund eingesetzt. Sie eignen sich für kleine und mittelgroße Zahndefekte. Dabei halten sie dem Kaudruck besonders gut stand und sind langlebiger als einfache Zahnfüllungen.
Material und Herstellung von Inlays sind relativ teuer. Sie werden zudem nur zu einem geringen Teil von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst. So erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse für ein Inlay nur die Kosten in Höhe einer Amalgamfüllung erstattet. Den Rest der Rechnung müssen Sie selbst bezahlen.