Um Unfälle zu vermeiden, ist es wichtig, schnell auf sich ändernde Bedingungen im Straßenverkehr reagieren zu können. Durch bestimmte Krankheitsbilder oder Behinderungen kann die Reaktionszeit jedoch stark eingeschränkt sein. In diesem Fall ermittelt ein Arzt bei einer verkehrsmedizinischen Untersuchung, ob und unter welchen Bedingungen Sie dennoch ein Fahrzeug steuern dürfen. Alle Details dazu, lesen Sie in diesem Ratgeber.
Gesetzliche Grundlage der verkehrsmedizinischen Untersuchung
Rechtliche Basis der verkehrsmedizinischen Untersuchung ist der Paragraf 11 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Bestehen Zweifel, dass eine Person geistig oder körperlich für den Straßenverkehr geeignet ist, kann die Fahrerlaubnisbehörde ein ärztliches Gutachten verlangen. Das gilt sowohl, wenn Sie Ihren Führerschein erst noch machen wollen, als auch beim Umtausch des Dokuments.
Je nach Ergebnis der gesundheitlichen Fahreignungstests, kann Ihnen die Behörde ein Hilfsmittel vorschreiben – zum Beispiel eine spezielle Brille – oder die Fahrerlaubnis verweigern. Im Gegensatz zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) liegt bei der gesundheitlichen Fahreignungsprüfung meist kein vorheriger Verstoß gegen die Verkehrsregeln vor.
Wichtig zu wissen: Wer sich wegen einer Krankheit oder Behinderung fahruntauglich fühlt, sich aber trotzdem ohne verkehrsmedizinische Untersuchung ans Steuer setzt, handelt verantwortungslos. Autofahrer setzten sich und andere so einem enormen Unfallrisiko aus. Außerdem drohen strafrechtliche Konsequenzen wie eine Geld- oder Freiheitsstrafe sowie der Führerschein-Entzug.
Hier können Sie Ihre verkehrsmedizinische Untersuchung absolvieren
Nachdem Ihnen ein ärztliches Zeugnis für Ihren Führerschein verordnet wurde, kontaktieren Sie eine der folgenden Personen beziehungsweise Organisationen:
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Fachärzte mit einer Qualifikation für Verkehrsmedizin
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Ärzte in Gesundheitsämtern
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Arbeits- und Betriebsärzte
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Rechtsmedizinische Fachärzte
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Begutachtungsstellen für Fahreignung
Welche Personengruppe ihre Fahrtauglichkeit prüfen lassen sollte, lesen Sie im nächsten Abschnitt.