DA Direkt Ratgeber - jetzt informieren
DA erklären wir die Selbstbeteiligung

Selbstbeteiligung in der Kfz-Versicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Selbstbeteiligung ist der Anteil, den ein Versicherungsnehmer bei einem Schadenfall selbst zahlen muss. Alle Kosten darüber hinaus trägt der Versicherer.
  • Die Höhe der Selbstbeteiligung liegt je nach Kaskoversicherung zwischen 150 und 1.500 Euro und wirkt sich auf den Tarif aus. Je mehr Sie sich an den Kosten nach einem Unfall beteiligen, desto günstiger ist die Versicherungsprämie.
  • Eine Selbstbeteiligung ist nur bei der Vollkasko- und Teilkaskoversicherung möglich – für die Kfz-Haftpflicht gibt es sie nicht.
KFZ Versicherung Selbstbeteiligung

Wie funktioniert die Selbstbeteiligung bei der Kfz-Versicherung?

Die Selbstbeteiligung ist ein vertraglich geregelter Anteil, den Versicherungsnehmer pro Schadenfall zahlen. Er wird auch als Eigenanteil, Selbstbehalt oder Zuzahlung bezeichnet. Wenn Sie eine Kaskoversicherung abschließen, können Sie die Höhe der Selbstbeteiligung wählen. Viele Versicherer bieten Tarife mit und ohne Selbstbeteiligung an. Je höher die Selbstbeteiligung ist, desto günstiger wird der Versicherungsbeitrag.

Für den Schadenfall bedeutet das: Sie zahlen für die Reparatur Ihren Eigenanteil, zum Beispiel 150 Euro. Der Schaden beläuft sich allerdings auf 500 Euro. Den Restbetrag in Höhe von 350 Euro übernimmt die Versicherung.

Wie wähle ich die passende Selbstbeteiligung?

Wie hoch Sie die Selbstbeteiligung wählen, hängt von Ihrem Budget, dem Fahrzeugwert und Ihrem Schadensrisiko ab. Können Sie bei einem Schaden einen hohen Eigenanteil problemlos stemmen, werden Sie mit einer günstigen Prämie belohnt.

Wollen Sie nach einem Unfall jedoch keine hohen Summen auf einmal zahlen, kann es sich lohnen, einen niedrigen Selbstbehalt zu wählen und dafür einen höheren monatlichen Beitrag in Kauf zu nehmen.

Kfz-Versicherung abschließen

Wie sich die Höhe Ihres Selbstbehalts auf den Versicherungsbeitrag auswirkt, erfahren Sie in unserem Beitragsrechner.

Welche Selbstbeteiligung ist bei der Teilkasko sinnvoll?

Die meisten Versicherten wählen eine Teilkasko mit einer Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro. Diese lohnt sich statistisch gesehen am meisten. Ob ein Selbstbehalt von 300 Euro sinnvoll ist, zeigt ein Blick in die Beitragsrechner der Versicherungen. Bei 300 Euro Selbstbehalt kann sich die Prämie gegenüber 150 Euro Selbstbehalt um weitere 5-10 Prozent reduzieren.

Welche Selbstbeteiligung ist bei der Vollkasko sinnvoll?

In der Vollkaskoversicherung entscheiden sich die meisten Versicherten für eine Selbstbeteiligung von 300 Euro. Dadurch profitieren sie von einem günstigeren Versicherungstarif. Da die Prämien in der Vollkaskoversicherung sehr hoch sein können, rechnet sie sich ohne Selbstbeteiligung meist nicht.

Der Verbraucher-Ratgeber Finanztip hat ausgerechnet, dass es sich bei einem Vollkaskoschaden bis 1.300 Euro lohnen kann, die Kosten selbst zu zahlen. Überlegen Sie daher, ob nicht auch höhere Eigenanteile, wie etwa 500 Euro oder 1.000 Euro sinnvoll sein können.

Beispiel Neuwagen: Welche Selbstbeteiligung ist sinnvoll?
Laut einer Finanztip-Studie aus dem Jahr 2018 kostet eine Vollkaskoversicherung für den Ford Focus durchschnittlich 745 Euro im Jahr. Die Selbstbeteiligung wirkt sich wie folgt aus:

Fahrzeug Beitrag bei 150 Euro Selbstbeteiligung Beitrag bei 300 Euro Selbstbeteiligung Beitrag bei 500 Euro Selbstbeteiligung
Ford Focus -23 % auf 571 Euro -29 % auf 532 Euro -32 % auf 510 Euro

In diesem Beispiel reduziert eine Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro die Versicherungsprämie bereits um 23 Prozent. Erhöhen Sie Ihren Eigenanteil auf 300 Euro, wirkt sich das nur mit weiteren 6 Prozentpunkten aus. Wählen Sie eine Selbstbeteiligung von 500 Euro, sparen Sie jährlich 32 Prozent.

Rechnen Sie sich mithilfe der Beitragsrechner Ihres Versicherers aus, wie viel Sie jährlich mit den unterschiedlichen Eigenanteilen sparen können. Beziehen Sie bei der Wahl Ihres Selbstbehalts auch ein, ob Sie Fahranfänger oder Vielfahrer sind. Beide fahren mit einem erhöhten Unfallrisiko. Hier empfiehlt sich ein niedriger Selbstbehalt.

Wie kombiniere ich den Selbstbehalt von Voll- und Teilkasko?

Eine Vollkaskoversicherung enthält alle Leistungen der Teilkaskoversicherung. Für die Selbstbeteiligung können Sie in der Voll- und Teilkasko jedoch unterschiedliche Beträge wählen. Bei DA Direkt gibt es feste Kombinationen, zum Beispiel Vollkasko mit 300 Euro und Teilkasko mit 150 Euro Eigenanteil. Das ist übrigens eine Kombination, die besonders oft gewählt wird. Natürlich ist es auch möglich, nur einen Eigenanteil für die Vollkasko zu wählen und keinen für die Teilkasko.

Häufige Fragen zur Selbstbeteiligung

Wie wirkt sich bei der Kfz-Versicherung die Selbstbeteiligung auf den Beitrag aus?
Je höher Sie die Selbstbeteiligung wählen, desto günstiger wirkt sie sich auf den Versicherungsbeitrag aus. Ein Selbstbehalt von 350 Euro in der Vollkasko und 150 Euro in der Teilkasko senkt die Prämie je nach Tarif um ca. 20-30 Prozent.

Kann ich die Selbstbeteiligung bei der Versicherung anpassen?
Ja, das ist möglich. Kontaktieren Sie hierfür Ihren Versicherer. Beachten Sie jedoch, dass sich eine Änderung in der Selbstbeteiligung auch auf die Prämie auswirkt.

Verändert sich die Selbstbeteiligung nach einem Schaden?
In der Regel gilt die vereinbarte Selbstbeteiligung pro Schadenfall. Solange Sie diese nicht selbst verändern, bleibt der Selbstbehalt für jeden Schadenfall gleich. Was sich jedoch nach einem Schaden verändern kann, ist der Schadenfreiheitsrabatt. Mit einer hohen Kostenübernahme können Sie allerdings eine Rückstufung – und damit höhere Beiträge – verhindern.