Die alte Karre bringt's nicht mehr so richtig und Sie wollen sich ein anderes Fahrzeug zulegen. Besonders angetan hat es Ihnen ein silberner, relativ neuer Mercedes aus den Kleinanzeigen. Und zwar so sehr, dass Sie gleich einen Termin mit dem Verkäufer vereinbart haben.
Schön, dass Sie so schnell fündig geworden sind. Bevor Sie jedoch dem Verkäufer freudestrahlend Ihr Geld überreichen und den Kaufvertrag für den Gebrauchtwagen unterschreiben, sollten Sie das Auto unbedingt Probe fahren. Das hat vor allem zwei Gründe:
- Sie können das Fahrverhalten des Autos testen.
- Sie entdecken möglicherweise Mängel, die Ihnen beim Gebrauchtwagen-Check auf den ersten Blick nicht aufgefallen sind. Dieser Punkt gilt also vor allem für eine Probefahrt beim Privatverkauf oder beim Gebrauchtwagenhändler.
Auf der Checkliste zu Ihrem Autokauf darf die Probefahrt also keinesfalls fehlen – egal ob es sich um einen Neuwagen oder einen Gebrauchtwagen handelt. Auch Händler rechnen die Testfahrt in den Ablauf des Autokaufs fest mit ein. Sie müssen sich also keine Sorgen machen, mit der Forderung nach einer Probefahrt jemanden vor den Kopf zu stoßen.
Übrigens: Wenn Sie selbst ein Auto verkaufen, sind Sie allerdings nicht verpflichtet, eine Testfahrt anzubieten. Sie riskieren dann aber, dass ein potentieller Käufer abspringt.
Probefahrt-Tipps – So planen Sie Ihre Testfahrt:
- Die Probefahrt beim privaten Autokauf sollte bei Tageslicht und trockenem Wetter stattfinden – wenn es dunkel oder nass ist, müssen Sie sich vollständig auf die Straßenlage konzentrieren. Außerdem übersehen Sie bei künstlichem Licht viel eher Schäden am Fahrzeug.
- Fahren Sie nicht zu Stoßzeiten. Auch hier droht zu viel Ablenkung durch andere Verkehrsteilnehmer.
- Klären Sie mit dem Verkäufer vorab, ob Sie nach einer Probefahrt das Auto wieder volltanken müssen.
- Legen Sie mit dem Verkäufer in einer schriftlichen Vereinbarung fest, wie lange die Probefahrt dauern soll und wie viele Kilometer (km) Sie dabei zurücklegen. Ein praktisches Formular zur Probefahrt für Gebrauchtwagen gibt es beim ADAC. Übrigens: Wenn Sie geschickt verhandeln, ist manchmal sogar eine Probefahrt übers Wochenende möglich.
- Erstellen Sie einen Streckenplan mit unterschiedlichen Abschnitten – zum Beispiel auf Autobahn, Landstraße und im innerstädtischen Verkehr. So testen Sie das Fahrzeug auf verschiedenen Strecken.
Probefahrt – was braucht man dafür?
-
Bringen Sie Ihren Führerschein und Personalausweis mit.
-
Nehmen Sie außerdem einen Auto-Fan oder Hobby-Schrauber aus Ihrem Bekanntenkreis mit zur Testfahrt, falls Sie sich selbst nicht so gut mit Fahrzeugen auskennen.
-
Gegenstände, die sie häufiger mit dem Auto transportieren möchten, können Sie zur Testfahrt ebenfalls mitnehmen – und so prüfen, ob sie in das Fahrzeug passen. Beispiele wären hier eine Hunde-Transportbox oder Werkzeugkoffer.
Gut zu wissen für Fahranfänger: Rein rechtlich ist eine Probefahrt schon mit 18 Jahren möglich, wenn Sie einen gültigen Führerschein besitzen. Einzelne Händler setzen diese Altersgrenze jedoch höher an.
Fun Fact zur Probefahrt: Personen, die ein Auto ohne Kaufabsicht Probe fahren, werden von Fahrzeughändlern als Probefahrt-Touristen bezeichnet.
Was während der Probefahrt beim Autoverkauf wichtig ist, lesen Sie im nächsten Abschnitt.